Erwin Teufel, der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, darf studieren. Er ist 65 Jahre und hat kein Abitur. Ich finde das bemerkenswert.
Der Spiegel:
Erwin Teufel, ehemals Ministerpräsident von Baden-Württemberg, will Philosophie studieren, hat aber kein Abitur. Macht nichts, meint man an der Münchner Jesuiten-Hochschule und freut sich auf den prominenten Neuzugang.
Wenn ichs mir recht überlege: Ich finde das gar nicht schlecht.
- Es ist ein Trend, dass immer mehr ältere Menschen nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben ein Studium anfangen (Stichwort: lebenslanges Lernen).
- Ich finde es auch nicht schlecht, dass es in Deutschland möglich ist, ohne Abi studieren zu können (denn: Abitur ist kein Ausweis besonderer Intelligenz).
Aber machen wir uns nichts vor: Es ist in Deutschland die absolute Ausnahme, dass man ohne Abitur (allgemeine Hochschulreife) ein Studium anfangen kann. Daran hat auch die angeblich so erfolgreiche Bildungspolitik unter einem Ministerpräsidenten Erwin Teufel nichts geändert.
Ich werde also den Verdacht nicht los, dass Erwin Teufel hier auf Grund seiner Prominenz eine Vorzugsbehandlung erfährt. Bei einem wie ihm lässt man eher mal fünfe gerade sein.
Denn diese Chance, mit 65 Jahren und ohne Abitur noch studieren zu können, bekommt nicht jeder, der sie gerne hätte. Aber da offenbar Ausnahmen für Ministerpräsidenten a.D. drin sind, würde ich sagen: Das riecht nach Willkür.
Man sollte daher überlegen, ob man die jetzige Ausnahmeregelung abschafft und daraus eine Regelbestimmung macht. Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass auch eine abgeschlossene Lehre zur Voraussetzung für eine Hochschulzulassung gemacht werden könnte.
Denn: Es kann ja nicht sein, dass jemand ohne Abi erst Ministerpräsident werden muss, damit er zu einem Studium kommt. Das hat mit Rechtsstaat wenig zu tun und hat m.E. ein “Geschmäckle.”
Hinweis: Dieser Beitrag wurde von Torsten Hofer | Weblog übernommen.