Die X-Brauerei darf Konstanz keinen Bolzplatz schenken
Bei zehn Enthaltungen hat der Gemeinderat von Konstanz mit einer Stimme Mehrheit die Sanierung eines Bolzplatzes durch eine Brauerei abgelehnt (siehe Südkurier). Dabei wollte diese dort gar keine Werbung machen – diese hat sie durch die wochenlange Diskussion auf Grund der beabsichtigten Ablehnung auch zu Genüge bekommen.
Dabei wurde auf die geltenden Regeln zum Sportsponsoring und die allgemeine Politik der Stadt zum Jugendschutz verwiesen – von einem Sportbürgermeister, der mit der Maß in der Hand auf dem Oktoberfest Wahlkampf für den jungen Kandidaten der CDU machte.
Unsere Stadträtin Hanna Binder hat darauf hingewiesen, dass in der Nutzung der Sportstätten Werbung für Bier sogar ausdrücklich erlaubt ist. Von anderer Seite wurde auf die Vermietungspraxis für den Jugendfetenraum im Neuwerk hingewiesen – dort ist lediglich der Ausschank harter Alkoholika eingeschränkt.
Besonders weh tut die Doppelmoral der Teilzeit-Abstinenzler (“Für Bürgermeister gilt der Jugendschutz nicht”), wenn man in einschlägigen Blogs den Jubel über fertig sanierte Plätze lesen muss.
Ich finde es ja richtig, wenn auch bei Sponsoren geschaut wird, wofür diese stehen – aber wenn jemand nichtmal Werbung im Gegenzug will, sondern tatsächlich etwas schenkt, dann sollte ein solches Geschenk auch angenommen werden. Der Werbeeffekt war durch das Versprechen an alle potentiellen Biertrinker, als die Aktion im Mai und Juni lief, bereits gegeben. Das wird auch nicht dadurch verhindert, dass man das Geld jetzt ablehnt.
Einen schönen Nebeneffekt hat das ganze allerdings – nachdem die Jusos vor einigen Jahren einen großen Bolzplatztest gemacht hatten, erinnerte sich nun unsere Lokalredaktion, dass damit schon mal ein Sommerloch gefüllt wurde und macht den Test jetzt selber. Vielen Dank!


