Die Message des Günther Oe.

Was will uns eigentlich Günther Oettinger da für eine Aussage vermitteln, als er sagte, dass die Arbeitswelt so entwickelt werden müsse, “dass nicht der Lehrer mit 60 Jahren dienstunfähig ist und nicht DaimlerChrysler-Beschäftigte mit 58 in den Vorruhestand versetzt werden” und dass “wir Arbeitsbedingungen mit weniger Stress, mit geringeren Belastungen, mehr Urlaubstagen und vielleicht auch geringerem Jahreslohn” bräuchten, da nur so die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre verwirklicht werden könne?

Nein, Herr Oettinger, das ist der völlig falsche Dampfer, auf dem Sie sitzen. Sie sehen offenbar den älteren Arbeitnehmer als “Betriebsbremser” an, ohne den ein Betrieb viel einfacher funktionieren würde. Sie glauben, Belegschaften in Betrieben bestünden aus einem “arbeitenden Teil” und einem “Rentnerteil”, während letztere nur noch verdienen und nichts mehr “bringen”. Ältere Arbeitnehmer sind in Ihrem Gedankenmodell nicht mehr ihrer bisherigen Arbeit gewachsen und würden deshalb auch früher in den Vorruhestand versetzt. Ihre Argumentation führt weiter zu der Forderung, ältere Arbeitnehmer in einem Betrieb sollten deshalb, staatlich proklamiert, weniger den jüngeren Arbeitnehmern zur Last fallen, weniger arbeiten und deshalb weniger Geld verdienen, sozusagen also sanft ins Altenteil abgeschoben werden.

Aber schauen Sie doch bitte einmal wirklich in einen der zehntausenden Betriebe in unserem Land, in dem jüngere und ältere Arbeitnehmer gemeinsam arbeiten. Hier stellt sich die von ihnen ausgelotete Problematik gar nicht. Jüngere Arbeitnehmer mögen zwar “vor Kraft strotzen”, ihnen fehlt jedoch ausweislich die Erfahrung, komplizierte Unternehmensprozesse und komplexe Projektarbeit allein abzuwickeln. Hier spielen ältere Arbeitnehmer die wichtigsten Rollen, da diese eben diese Erfahrungen mitbringen und aktiv einbringen. Jahrzehntelang gesammelte Erfahrungen älterer Arbeitnehmer sind ein unbezahlbar wertvoller Schatz eines jeden Unternehmens. Jeder Handwerksbetrieb, jeder Unternehmer und auch jeder gescheiterte Jungunternehmer wird Ihnen dies bestätigen. Teamarbeit ist keine Frage von jungen Leuten untereinander, Teamarbeit ist ein Thema der Zusammenarbeit von Flexibilität, Wissen und Erfahrung und vor allem eine betriebliche Angelegenheit. Jeder, der eine Ausbildung absolviert und von Wissen und Erfahrung Älterer profitiert hat, weiß, wovon wir hier reden. Eine Definition von älteren Arbeitnehmern zu “Billigarbeitern” steigert deren Motivation und deren Bedeutung innerhalb eines Unternehmens wohl kaum.

Aus unserer Sicht ist Ihre Forderung ein Ruf nach Demontage von Gerechtigkeit und Solidarität zwischen den Generationen und eine komplette Kapitulation vor den Realität in unserer Gesellschaft. Jung allein kann nicht gegen Alt gewinnen, Alt nicht gegen Jung. Nur gemeinsam wird die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen funktionieren, ob nun gesellschaftspolitisch oder “nur” in einem Betrieb. Jeder muss in diesem Spiel die gleichen Möglichkeiten haben und die Bekenntnis unserer Gesellschaft zur Gerechtigkeit und Solidarität untereinander, ohne Rücksicht auf das Alter, ist ein grundlegendes Fundament der gesellschaftlichen Stabilität in unserem Land. Diesen tief verwurzelten Anker, für den frühere Generationen, Jung und Alt, in unserem Lande lange gekämpft haben, können, dürfen und wollen wir nicht aufgeben.

Eine andere Frage am Rande, Herr Oettinger: Sie sind 52 Jahre alt und haben ihren jetzigen Job auch nur “geerbt”. Wo bleiben Sie, nach Ihrem Gedankenmodell?

 
 
 

Ein Kommentar zu “Die Message des Günther Oe.”

  1. Frank
    3. März 2006 um 20:13

    Freunde,
    Schauts doch mal rein: http://www.destatis.de/allg/d/veroe/bundeslaender_d.htm
    (PDF kostenlos)

    einige Fakten:

    Höchste Bruttoeinkommen in Baden-
    Württemberg, Hessen und Bayern

    Höchste durchschnittliche Haushaltsgröße
    in Baden-Württemberg

    Lebenserwartung für Neugeborene in
    Baden-Württemberg am höchsten

    Knapp die Hälfte der Einwohner lebt
    in Nordrhein-Westfalen, Bayern oder
    Baden-Württemberg

    Private Konsumausgaben in Bayern,
    Hessen und Baden-Württemberg am
    höchsten

    Haushalte in Baden-Württemberg
    sparten am fleißigsten

    Jedes fünfte Kind in Bremen erhält
    Sozialhilfe, in BW nur jedes 28.

    Nur in Baden-
    Württemberg beinahe gleich viele
    familienunterstützende wie familienersetzende
    Maßnahmen

    Bezogen auf 100 000 Einwohner sterben
    in Baden-Württemberg die wenigsten
    Menschen an Krebs. (wer raucht?)

    Drei Länder stellen gut die
    Hälfte des gesamt deutschen
    Bruttoinlandsprodukts
    Gesamtwirtschaft (alle Schwartz)

    Den höchsten Industrieanteil
    an der BruttoWertSchöpfungsanteil mit annähernd 32 %
    hat Baden-Württemberg. (nicht verwalten, schaffen!)

    usw.

    FAZIT:
    Erfolge können nur die Schwartzen Bundesländer vorweisen!

    WAS will die SPD eigentlich besser machen?

    Gut oder schlecht: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

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