Gesundheit ist nicht regionalisierbar!
Heute musste dann auch die baden-württembergische Landesregierung einräumen, dass der Gesundheitsfonds kaum finanzielle Zusatzbelastungen für den Südwesten mit sich bringt. So besagt es zumindest ein eigens in Auftrag gegebenes Gutachten.
Eingentlich steht also alles zum Besten und Baden-Württemberg verliert kaum Geld. Äh, halt: Wer verliert kaum Geld? Das Land Baden-Württemberg hat doch mit den Kassenbeiträgen der gesetzlich Krankenversicherten überhaupt nichts zu tun. Schließlich sollten bundesweit alle Versicherten gemäß ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit zahlen und gemäß ihren gesundheitlichen Bedürfnissen Leistungen empfangen. Ein Gegeneinanderaufrechnen sollte sich eigentlich schon alleine in diesem Feld moralisch verbieten.
Wenn man das konsequent weiterdenkt, müssten auch die Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung konsequent regionalisiert werden. Wem würde das nützen? Dem baden-württembergischen Landeshaushalt? Mitnichten, sondern lediglich dem Geldbeutel der im Südwesten recht zahlreichen Gut- und Besserverdiener.
So entpuppt sich das Kasperle-Theater um Zusatzbelastungen im Gesundheitswesen als das, was es ist: Ein Stellvertreter-Krieg der Landesregierung für die baden-wrttembergischen Gutverdiener. Wo da das originiäre Landesinteresse sein soll, bleibt im föderalistischen Schlachtengetöse nebulös.


