Monatsarchiv für April 2007

 
 

Christiansen und das Übergewicht

Gestern bei Sabine Christiansen – diskutiert wird das Übergewicht der Deutschen. Die Deutschen sind dabei heute leider Spitzenreiter in Europa. Als Berichterstatterin meiner Fraktion für dieses Thema mache ich mir nicht erst seit gestern Sorgen. Denn Übergewicht ist nicht nur ein Problem des Einzelnen und im Extremfall eine lebensverkürzende Erkrankung. Übergewicht ist auch ein Kostenfaktor für das Gesundheitssystem, bei dem die Behandlungen der Erkrankungen, aus dem System bezahlt werden müssen.
Deswegen dürfen wir mit unseren Bemühungen nicht nachlassen. Aufklärungskampagnen sind eine sinnvolle Maßnahme. Und auch Debatten wie bei Sabine Christiansen tragen – unabhängig von Tiefgang und Qualität der Beiträge – zumindest zur Sensibilisierung für dieses Thema bei.
Eine gesunde Ernährung und Bewegung sind das A und O, um sich vor Erkrankungen zu schützen, die nicht zuletzt durch Übergewicht hervorgerufen werden. Ich hoffe, dieses Thema wird auf der Tagesordnung bleiben.

Frankreich wählt – hat Russland eine Wahl? oder auch: Der Wert von Demokratie

Segolene Royal - Quelle: wikipedia

Frankreich hat die Wahl

Am kommenden Sonntag ist es soweit: Frankreich hat die Wahl. Nachdem viel zu lange ein korrupter Präsident an der Spitze stand (der nur deshalb wiedergewählt wurde, weil Demokraten beim letzten Mal keine andere Möglichkeit hatten), wird am kommenden Sonntag ein wirklich offenes Rennen zumindest vorentschieden.

Dabei sind viele Fragen wirklich spannend: Wer kommt in den zweiten Wahlgang? Wie sehen die Koalitionen für den zweiten Wahlgang aus? Wird Sarkozy mit den Rechtsradikalen paktieren? Wie stark wird Segolene Royal? Und welche Rolle dürfen Weblogs spielen? Frankreichs Justiz will offensichtlich hart gegen Blogger vorgehen, die früher mit Prognosen rausgehen. Eine spannende Frage, die sich mit Sicherheit auch in Deutschland bald stellen wird! Wer mehr Informationen zur hoffentlich baldigen Präsidentin haben will, der sei auf die Homepage der Kandidatin verwiesen, bzw. auf die begleitenden Weblogs (C`est une action tres interessente aussi pour elections en allemagne!).

Hat Russland eine?

Die französischen Luxusprobleme, mit Royal und Beyrou zwei akzeptable Kandidaten für das Präsidentenamt zu besitzen würden sich viele Menschen in Russland wünschen. Hier ist es traurige Realität, dass die Putinschen Polizeikräfte mit aller Gewalt gegen friedliche Demonstranten vorgeht.

Eine junge Sozialdemokratin schreibt in einer Mail an deutsche Freunde:

On 15th of April the City looked like there was wartime and state of emergency. The downtown was flooded by forces of all police subdivisions including the special purpose troops. The forces were gathered from other regions of Russia’s North –West federal district. Two police helicopters went round under the central streets. The mobile phone connection was jammed. The square- place of the meeting - was encircled by the three rows of police forces, there’re 5 admission points, where the police officers inspected the March participants (.... )
How many police officers were there? About 4 000 people. What did they do? After the closing of the meeting they made the corridor from the meeting square to the nearest metro station and all people had to go only that direction. At one moment the metro station was blocked and the special purpose police troops began the attack of the defenseless people. They attacked, cruel beat and took away the activists, broke the flags. It was the first attack wave. When the people began to defend each other the policemen began to beat and took away all who were on the street – people, who just passing near the metro station, women, old war veterans…"

Das macht deutlich, in welchem Geist das Regime Wladimir Putins atmet. Es scheint höchste Zeit, dass es eine Stärkung der demokratischen Opposition gibt, auch durch die Europäische Union.

Meint

Sebastian Weigle

 

Vor.. zurück.. vor.. zurück..

Eigentlich ja ziemlich albern, der Krampf, den Günther Oettinger seit Tagen da am laufenden Band produziert. Mal sei der verstorbene Hans Filbinger Widerstandskämpfer gewesen, dann mal wieder nicht, im Geiste aber dann doch irgendwie oder so. Mal relativiert er, mal lamentiert er, inzwischen entschuldigt er sich sogar, um im nächsten Satz gleich wieder zu relativieren. Was denn nun, Herr Oettinger?

Fast schon erbärmlicher ist das Fahrwasser, das Oettingers denkwürdigen Worte ausgelöst haben, beispielsweise folgende Aussage von Georg Brunnhuber, Chef der baden-württembergischen CDU-Landesgruppe im Bundestag, die man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen muss:

“Für unsere Anhängerschaft hat er einen ganz, ganz großen Schritt getan. Er hat ein Tor aufgestoßen: Das wird ein Großer.”

Au, au, au… “großer Schritt” … “wird ein Großer” … ich habe das dunkle Gefühl, dass in den letzten Tagen einige Politiker aus unserem Ländle, die wohlgemerkt in demokratisch gewählten Parlamenten sitzen und sich als Demkraten sehen, das große Leuchten in den Augen bekommen haben. Es wäre nur sauber, Herr Oettinger, wenn Sie diesen bräunlichen, stinkenden Mist, den Sie über unsere Region ausgeschüttet haben, freundlichst wieder zusammenkehren und zur geordneten Kompostierung bringen.

Es geht einigen Leuten bei uns definitiv zu gut. Erschreckend viel zu gut.

Filbinger – zum Letzten

we_summer.jpgJetzt ist er tot, der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg und er hat seine Schuld mit ins Grab genommen. So weit, so gut. Wenn die Trauerfeier ebenso schlicht gewesen wäre – der ehemalige MP hätte vielleicht schon wirklich die letzte Ruhe finden können. Aber da war ja dann noch der jetzige Ministerpräsident Günter Oettinger. Der will ihm diese Ruhe wohl nicht gönnen. Sondern seine Trauerfeier benutzen, um den rechten Rand in B-W abzugrasen.
Nachdem sich jetzt ja jede Menge Blogs um dieses Thema bemühen, wollte ich an dieser Stelle schweigen. Bis ich den GEA in die Hände bekam! Und dort ist am heutigen Freitag ein unsäglicher Kommentar zu lesen, nach dem Motto, alles nicht so schlimm gewesen, lasst doch den Günni in Ruhe!

Was hat also Günter Oettinger gesagt? Dieses hier:

“Anders als in einigen Nachrufen zu lesen, gilt es festzuhalten: Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Im Gegenteil: Er war ein Gegner des NS-Regimes. Allerdings konnte er sich den Zwängen des Regimes ebenso wenig entziehen wie Millionen Andere. Wenn wir als Nachgeborene über Soldaten von damals urteilen, dann dürfen wir nie vergessen: Die Menschen lebten damals unter einer brutalen und schlimmen Diktatur!”

Wie ist die Faktenlage? Oettinger hat Filbinger als Gegner des Regimes bezeichnet, der ja nur arm dran war und sich nicht wehren konnte. Ist Filbinger also in eine Reihe mit den Aktivisten der Weißen Rose oder den (zum Teil erzkonservativen) Attentätern vom 20. Juli zu stellen?

Eigentlich erübrigt sich diese Frage. Denn es ist unbestritten, dass Filbinger als Jurist für den Tod von Menschen verantwortlich war. Und er hat noch in britischer Kriegsgefangenenschaft ein Todesurteil leitend vollstreckt. Da ist jede Ausflucht falsch.

Oettinger sei gesagt: Wer solche Menschen mehr als reinwäscht, der macht sich moralisch kaputt. Er sollte sich in Zukunft hüten, zum Thema Verhalten von Mitmenschen auf moralische Maßstäbe abzuheben…

Meint

Sebastian Weigle

Neulich, auf der CDU-BaWü-Homepage…

Erinnern Sie sich noch an den CDU-Landtagswahlkampf 2006? Da gabs sechs so genannte “Themen”. Also Dinge, die die Kollegen besser machen wollten. Die waren ihnen so wichtig, dass es sie deshalb als direkte Links ganz oben auf der Startseite gab:

CDU-BaWü-HP-Ausschnitt vom 07.02.2006

Heute, rund 13 Monate später, sind Entdecker, Kinder und Erfolg bei den Kollegen anscheinend wieder “out” und offenbar nicht mehr ganz so wichtiges Thema:

CDU-BaWü-HP-Ausschnitt vom 12.04.2007

Aber, alles nur Masche der Kollegen. Denn die Links, die sind ja immer noch da und jetzt eben nur unter blinden Grafiken versteckt. Schwupps, einmal mit der Maus drübergefahren und draufgeklickt, schon wären Entdecker, Kinder und Erfolg wieder da. Genialer Trick!
;-)