Die Krise nutzen – nicht Chancen versenken
Es ist immer wieder erstaunlich, mit welchem Inbrunst es Sozialdemokraten (und diese Form ist ohne Innen!) im Ländle schaffen, ohne Not Personaldebatten vom Zaun zu brechen. Kaum ist eine Äußerung leicht missverständlich (oder wird so verstanden), wird die Dachlatte herausgeholt und mit ihr wild in der Gegend umhergeschlagen. So auch wieder dieser Tage. Wie immer, wenn es um einen Wahl-Landesparteitag geht. Das ärgerliche dabei ist: Diese Dinge waren schon unter Erhard Eppler so (der heute viel beklatschte…) und werden sich wohl auch so schnell nicht ändern. Das ist ärgerlich, auch wenn es bei anderen Parteien durchaus genauso vorkommt. Und: Diese Angriffe kommen aus dem tiefen Mittelmaß der Mandatsträger, die vom Leben selber gefrustet sind.
Während die ständigen Angriffe eine Spezialität der SPD ist, kommen die Aggressionen aus dem Mittelmaß der Partei bei allen Parteien vor. Etwas beruhigend.
Inhaltliches Profil entwickeln
Weniger beruhigend finde ich dabei jedoch, dass die Mandatsträger über Auseinandersetzungen über Namen vergessen, dass Sie die Speerspitze der Auseinandersetzung mit den anderen Parteien sind. Oettinger verzockt alles! Und wir schauen zu. Tun wir das? Nein, eigentlich nicht. Aber wir streiten uns lieber selber, anstatt auf die starken Positionen der SPD in Baden-Württemberg hinzuweisen und diese zu verkaufen.
Auch die Auseinandersetzung mit der sogenannten “Die Linke” (die nicht wirklich links, sondern im Kern elendig strukturkonservativ) wird nicht geführt. Schade eigentlich. Denn die Fraktion weiß genau, dass Uli Maurer als Kopf dieser Partei in Baden-Württemberg kein Linker in der SPD war und in seinen Inhalten (ich sage nur: Anti-Aussiedler-Wahlkampf…) dies auch nie mehr sein wird.
Ich hoffe, dass wir es schaffen, als SPD in Baden-Württemberg Inhalte in den Vordergrund zu rücken. Und zwar mit einem Spitzenteam rund um die Ute. Und wer dann 2011 führt ist momentan völlig wurscht!
Meint
Sebastian Weigle
Kreisvorsitzender der SPD Reutlingen

