Die Krise nutzen – nicht Chancen versenken

Es ist immer wieder erstaunlich, mit welchem Inbrunst es Sozialdemokraten (und diese Form ist ohne Innen!) im Ländle schaffen, ohne Not Personaldebatten vom Zaun zu brechen. Kaum ist eine Äußerung leicht missverständlich (oder wird so verstanden), wird die Dachlatte herausgeholt und mit ihr wild in der Gegend umhergeschlagen. So auch wieder dieser Tage. Wie immer, wenn es um einen Wahl-Landesparteitag geht. Das ärgerliche dabei ist: Diese Dinge waren schon unter Erhard Eppler so (der heute viel beklatschte…) und werden sich wohl auch so schnell nicht ändern. Das ist ärgerlich, auch wenn es bei anderen Parteien durchaus genauso vorkommt. Und: Diese Angriffe kommen aus dem tiefen Mittelmaß der Mandatsträger, die vom Leben selber gefrustet sind.
Während die ständigen Angriffe eine Spezialität der SPD ist, kommen die Aggressionen aus dem Mittelmaß der Partei bei allen Parteien vor. Etwas beruhigend.

Inhaltliches Profil entwickeln

Weniger beruhigend finde ich dabei jedoch, dass die Mandatsträger über Auseinandersetzungen über Namen vergessen, dass Sie die Speerspitze der Auseinandersetzung mit den anderen Parteien sind. Oettinger verzockt alles! Und wir schauen zu. Tun wir das? Nein, eigentlich nicht. Aber wir streiten uns lieber selber, anstatt auf die starken Positionen der SPD in Baden-Württemberg hinzuweisen und diese zu verkaufen.
Auch die Auseinandersetzung mit der sogenannten “Die Linke” (die nicht wirklich links, sondern im Kern elendig strukturkonservativ) wird nicht geführt. Schade eigentlich. Denn die Fraktion weiß genau, dass Uli Maurer als Kopf dieser Partei in Baden-Württemberg kein Linker in der SPD war und in seinen Inhalten (ich sage nur: Anti-Aussiedler-Wahlkampf…) dies auch nie mehr sein wird.
Ich hoffe, dass wir es schaffen, als SPD in Baden-Württemberg Inhalte in den Vordergrund zu rücken. Und zwar mit einem Spitzenteam rund um die Ute. Und wer dann 2011 führt ist momentan völlig wurscht!

Meint

Sebastian Weigle
Kreisvorsitzender der SPD Reutlingen

 
 
 

4 Kommentare zu “Die Krise nutzen – nicht Chancen versenken”

  1. Holger Simon
    7. August 2007 um 10:08

    Lieber Sebastian,

    die alte linke Lust zur Selbst-Demontage ist tatsächlich gut bekannt und eine der zuverlässigsten Konstanten der innerparteilichen Auseinandersetzung in der SPD.

    Du hast meine volle Zustimmung für deine Forderung, die Personaldebatten endlich zu beenden und mit dem Team um Ute Vogt die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Gegner zu suchen. Und der steht tatsächlich außerhalb der SPD auf Seiten der Neoliberalen und Konservativen.

    Dein Bekenntnis zur Geschlossenheit der Partei hätte jedoch nicht zwangsläufig darin aufgehen müssen, deinerseits wieder entsprechende Mandatsträger anzugehen, die sich in der Personaldiskussion profilieren wollen. Ich glaube nicht, dass es uns weiterhilft, psychologische Analysen über das “tiefe Mittelmaß” unserer Mandatsträger im Blog zu diskutieren. Wer zurecht Sachlichkeit und Fairness fordert, sollte die bisherige Art der Debatte nicht weiterführen, sondern dazu beitragen, sie zu beenden.

    Ich hoffe, dass der Parteitag im September von allen Seiten mit der notwendigen Fairness begangen wird. Wer Personaldebatten führen will, weil er / sie diese für notwendig hält, soll dies in aller Offenheit und Ehrlichkeit tun. Das muss eine demokratische Partei, zumal eine so alte und leidensfähige Partei wie die SPD, aushalten können.

    Holger Simon
    Pressesprecher der SPD im Kreis Tübingen

    Gut oder schlecht: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  2. Sebastian
    7. August 2007 um 22:37

    Hallo Simon,

    da hast du wahrlich recht mit deiner Kritik an meinem Beitrag. Werde ihn entsprechend editieren ;-) Du wirst mir aber zugestehen müssen, dass es immer wieder die gleichen Namen sind, die mit Kritik in unsachlicher Form hervortreten. Die gleichen Namen, die bei Sachthemen kaum auffallen…

    Herzliche Grüße

    Sebastian Weigle

    Gut oder schlecht: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  3. Holger Simon
    8. August 2007 um 10:08

    Ohne mich selbst in psychologischen Analysen meines geschätzten Freundes Sebastian Weigle zu ergehen, aber die mittlerweile gestrichenen Kommentare sind natürlich Reflexe, die sachlich nicht falsch und auch emotional sehr nachvollziehbar sind…

    Gegenüber all denjenigen, die viel reden und wenig sagen, sollten wir jedoch rein inhaltlich ansetzen. Wer Kritik üben will, sei dazu herzlich eingeladen, muss diese jedoch inhaltlich begründen. Wer genau dazu wiederum nicht in der Lage (wie die erwähnten Namenlosen), wird auf dem Parteitag sehr schnell entzaubert dastehen.

    Und in diesem Zusammenhang, lieber Sebastian, habe ich vollstes Vertrauen, dass Du diese Auseinandersetzungen rein sachlich und inhaltlich kompetent führen kannst.

    Solidarische Grüße, Holger (!)

    Gut oder schlecht: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  4. Samuel
    21. Dezember 2007 um 01:56

    Warum sich beklagen?
    Unsere Volksvertreter werden gewählt um Ihrem Volk und damit Ihrem Land zu dienen.
    Wenn man sich die Mühe macht die Bürger zu befragen, dann kommt man schnell zu einer Erkenntnis:
    Das Vertauen in renomierte Partaien (leider auch der unseren) ist nicht mehr gegeben und das zu Recht. Wer den Wähler belügt und nichts bewegt sollte nicht gewählt werden. Fakt! Hört sich polemisch an, ist es auch. Leider ist es aber auch wahr.

    Und solange sich die SPD in unserem Land nicht aufrafft Transpararenz für Volksvertreter zu verlangen sind auch wir unglaubwürdig. Mein Chef will wissen was ich mache, wann und warum. Und wenn ich gute Arbeit leiste wird dies honoriert, wenn ich schlechte Arbeit leiste dann hat das Konsequenzen und nicht Gehaltserhöhung zur Folge. Und um eines klar zu stellen im Landtag sollte dem Menschen gedient werden. Dem jungen, dem alten dem weiblichen und dem männlichen Bürger.

    Mit ehrlichen konsequenten Volksvertretern kann man auch in Ba-Wü Wahlen gewinnen. Und solange dies nicht gegeben ist, sollen sich die Leute ruhig selbst zerfleischen. Im Vertrauen, es erwischt schon keinen falschen.

    Gut oder schlecht: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

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