Hauptschule schreibt man bei uns jetzt mit "W".

Wauptschule? Hauptwule? Nein… tataaa… Werkrealschule! Die Bildungsreform der CDU/FDP-Regierung ist immerhin dahingehend kreativ, dass man das Verpackungsdesign beherrscht. So schmeckt das weiterhin dreigliedrige, höchst antiquitierte Schulsystem ja alles auch gleich viel besser, nicht?

Wobei, eigentlich hat man das Verpackungsdesign gar nicht im Griff, denn tatsächlich ändert sich außer dem Austausch des Schildes mit der Schulart rein gar nichts. Es wird nach der vierten Klasse der Grundschule weiterhin eine Schulartsempfehlung geben, die als Abstellgleis dann eben die Werkrealschule befiehlt empfiehlt. Dort werden die Schüler weiterhin nach neun Jahren den Hauptschulabschluss machen und haben, wie in Werkrealschulen üblich, dann die Möglichkeit, ein Jahr anzuhängen und den Realschulabschluss zu machen – wenn sie eben nicht vorher ohne jeden Abschluß herausfallen, was bei vielen Schülern in Hauptschulen vorkommt.

Eigentlich ja schön, allerdings eben schlecht, weil es immer noch ein dreigliedriges System ist und die Hauptschule schon seit Jahren immer mehr zum Sumpf der scheinbar Nichtintegrierbaren verkommt – geschweige denn davon, dass nur noch ein Fünftel aller Schüler die Hauptschule besuchen, gerade aber diese bildungspolitische Zeitbombe aus der tiefsten Vergangenheit alle PISA-Bemühungen geradezu konterkariert. Und gerade das ist der eigentliche Skandal, dass gerade die süddeutschen Bundesländer, die doch so viel Wert auf ihre Hochschulen legen, sich um das “letzte Fünftel” gar nicht mehr kümmert und offenbar diskussionslos akzeptiert, dass diese Schüler in der modernen Wirtschaftswelt ganz unten landen. Und dabei könnten wir uns den “Luxus” eines zweigliedrigen Schulsystems problemlos leisten. Und müssen es auch so schnell wie möglich, wenn man sich PISA-Studien auch einmal wirklich anschauen würde.

 
 
 

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