Fachkräftesicherung: trotz der Krise aktuell

Die Folgen der Finanzkrise bekommen schon heute zahlreiche Unternehmen zu spüren. Ob bei Audi, der Deutschen Bahn, bei tesa oder bei ThyssenKrupp – in all diesen Konzernen wird über Kurzarbeit verhandelt oder aber ist Kurzarbeit bereits beschlossene Sache. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz schließt für die kommenden Monate auch einen wahren Ansturm auf die Kurzarbeit nicht aus: „Im Jahresschnitt rechne ich mit 250.000 Kurzarbeitern – viele aber nur für eine überschaubare Zeit“, so Scholz. Doch trotz der Ausweitung der Kurzarbeit und der Erwartung einer steigenden Arbeitslosigkeit in diesem Jahr, bleibt die Fachkräftesicherung in der Bundesrepublik ein brandaktuelles Thema. Auch in der jetzigen Lage müssen die Unternehmen alles tun, um insbesondere ihre gut ausgebildete Fachkräfte zu halten. Denn nur auf diese Weise können sie sich auf lange Sicht die nötige Innovationsfähigkeit sichern. Die Forderung nach Fachkräftemobilisierung aus dem Antrag des SPD-Landesvorstands bleibt also aktuell – auch die derzeitige Krise tut ihrer langfristigen Relevanz keinerlei Abbruch:

Um den Fachkräftemangel in Deutschland und gravierende Wettbewerbsnachteile abzuwenden, muss erheblich in eine bessere Bildung und Ausbildung investiert werden. Einer Studie der Robert-Bosch-Stiftung zufolge werden bis 2020 rund 2,5 Millionen Menschen in den Unternehmen fehlen, vor allem Facharbeiter und Akademiker. Der Volkswirtschaft drohen innerhalb von zwölf Jahren Verluste von 1,2 Billionen Euro aufgrund eines stockenden Wirtschaftswachstums, fehlenden Sozialbeiträgen, niedrigeren Löhnen und entgangenen Steuereinnahmen, wenn diese Lücke nicht gefüllt wird. Der Fachkräftemangel in Deutschland ist in den Unternehmen zum Teil hausgemacht, da sie ihre Ausbildungsverpflichtung vernachlässigen und die Fachkräfte, die sie benötigten, nicht selbst ausgebildet haben. Wer Kompetenzfelder erschließen will, braucht gut bezahlte Fachkräfte und Lohnsteigerungen, die sich an der Produktivität orientieren.

Veröffentlicht von

Christian Soeder

Freier Mitarbeiter Internet SPD Baden-Württemberg