Sechs weitere Branchen bekommen Mindestlöhne

Was lange währt, wird endlich gut – ich bin froh, dass die Union ihre Blockadehaltung aufgegeben hat und es endlich einen Durchbruch bei den Mindestlöhnen gibt. Mit der Entsorgungsbranche, den Pflegediensten, der Weiterbildungsbranche, dem Wach- und Sicherheitsgewerbe, den Bergbauspezialisten und den industriellen Großwäschereien werden sechs weitere wichtige Branchen in den Schutzbereich des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes aufgenommen. Bereits 1,8 Millionen Menschen profitieren bereits jetzt von einem Mindestlohn.

Mit der Aufnahme der sechs Branchen sind zukünftig weitere 1,7 Millionen Arbeitnehmer gegen sittenwidrige Entlohnung geschützt. Vor allem den Mindestlohn in der Pflegebranche finde ich als Arbeitsmarktexpertin wichtig und notwendig, denn nach Untersuchungen des Berufsverbands für Pflegeberufe muss bislang jede dritte Pflegekraft mit sittenwidrigen Löhnen auskommen. Die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns schafft hier Abhilfe und verhindert Lohndumping in der Pflege. Das ist konkrete Politik, die direkt bei der Altenpflegerin oder dem Altenpflegerin überall vor Ort in Baden-Württemberg ankommt. Eine leistungsgerechte Vergütung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Altenpflege ist außerdem eine wichtige Voraussetzung für die Sicherung der Pflegequalität und eine Wertschätzung für die Menschen, die diese Berufe ausüben. Insgesamt sind die nun erzielten Branchen-Mindestlöhne ein wichtiger Etappensieg auf dem Weg zu flächendeckenden Mindestlöhnen.

Ich bin der Meinung: Der Lohn entscheidet über die würde der Arbeit. Löhne dürfen nicht nur als Kostenfaktor betrachtet werden. Anständige Arbeit muss auch anständig bezahlt werden. Die Menschen haben Anspruch auf eine faire Bezahlung. 25 der 27 EU-Mitgliedstaaten haben einen Mindestlohn oder eine Lohnuntergrenze, nur Deutschland und Zypern nicht.

Katja Mast

Veröffentlicht von

Christian Soeder

Freier Mitarbeiter Internet SPD Baden-Württemberg