Monatsarchiv für September 2009

 
 

Trotz SPD und alledem…

… gab es auch Dinge im Bundestagswahlkampf, die sehr positiv hervorgehoben werden können.

 Dies gilt vor allem für uns Jusos. Wir als SPD-Jugendorganisation waren es, die den Bundestagswahlkampf  maßgeblich getragen haben. Ob Plakatierung, Infostände oder Begleitung der Kandidatinnen und Kandidaten- vieles wäre ohne uns undenkbar gewesen. Und gerade wir waren es, die den Wahlkampf, der von vielen Bürgerinnen und Bürgen als der langweiligste aller Zeiten empfunden wurde, aufgemischt haben.

So zum Beispiel durch unsere Bustour. Wie bei den vergangenen Bundestagswahlen tourte der Juso-Landesverband mit einem roten Wahlkampfbus und einem frechen Motto in den vier Wochen vor der Bundestagswahl durch ganz Baden-Württemberg. Keine andere Jugendorganisation im Land kann übrigens auf solch eine Aktion verweisen.

Und die Bilanz kann sich sehen lassen. In 26 Tagen wurden über 5.100 km zurückgelegt, 28 Kreisverbände und 23 Wahlkreise besucht.

Ob vor den Freibädern oder in den Innenstädten- der Juso-Bus war immer dort, wo die Menschen sich aufhalten. Zusätzlich wurde noch gemeinsam mit den Juso-Gliederungen vor Ort rotes Wassereis verteilt (insgesamt 32.000 Stück im ganzen Wahlkampf).

Es ist inzwischen allgemein bekannt, dass die Bilanz der SPD am Wahlabend nicht so gut ausfiel, wie die Bilanz unserer Bustour. Man wird sehen, wie es weitergeht.

Nur eines ist momentan sicher: die nächste Bustour kommt bestimmt.

Tourdaten:

- 01.09: Karlsruhe

- 02.09: Ulm

- 03.09: Göppingen

- 04.09: Nürtingen

- 05.09: Konstanz

- 06.09: Horn, Izang, Öhningen und Radolfzell

- 07.09: Rottweil und VS-Villingen

- 08.09: unterwegs im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen

- 09.09: unterwegs Wahlkreis Calw/Freudenstadt

- 10.09: unterwegs in den Wahlkreisen KA-Land und Bruchsal-Schwetzingen

- 11.09: Wahlkreis Karlsruhe-Land und Mannheim

- 12.09: Tübingen und  Böblingen

- 13.09: Göppingen

- 14.09: Aalen und Göppingen

- 15.09: Ellwangen, Heidenheim, Aalen

- 16.09: Schwäbisch Hall

- 17.09: Stuttgart

- 18.09: Ravensburg

- 19.09: Überlingen

- 20.09: unterwegs im Wahlkreis Biberach

- 22.09: Kehl

- 23.09: Waldshut

- 24.09: Lörrach

- 25.09: Tuttlingen und Gammertingen

- 26.09: Heilbronn

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Fabian Rothfuss (Juso-Landesvorstand)

Keine Zeit vergeuden

“Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.” Und auch wenn das Ergebnis schmerzt, es gibt trotzdem ein gutes Gefühl für eine Sache hin zustehen und für seine Überzeugung zu kämpfen. Und man kann seine Überzeugung auch nicht wie ein Hemd wechseln, nur weil Sie mal nicht so gut ankommt und auf Widerstände stösst. Man kann aber anerkennen, dass andere besser überzeugt haben. Im Wahlkreis Stuttgart 1 war das Stefan Kaufmann, dem ich zu seinem Erfolg herzlich gratuliere. Bemerkenswert ist, dass manch einer jetzt das Bedürfnis hat noch einmal kräftig nach zutreten. Oder hämisch zu sein. Wie wär`s mit Größe zeigen ? Dem Gewinner seinen Sieg zugestehen und nicht die Zeit für hämische Gedanken und Zeilen verschwenden. Sondern lieber die Zeit nutzen und aufbauen. Denn bei den neuen Regierungsmehrheiten werden alle noch dringend gebraucht, die wollen, dass wir aus der Krise lernen und umdenken !

Wie provinziell ist das denn?

Wieder eine Überraschung unserer grünen Freunde: Eine neue These, diesmal von Fritz Kuhn: “Die aus der Kurpfalz stammende SPD-Landeschefin habe in der Landeshauptstadt weniger Chancen als der im schwäbischen Landesteil aufgewachsene Özdemir” so sagte er der dpa. Was lehrt uns das? Der aus Bayern stammende Fritz Kuhn hat trotz Umzug in eine große Stadt in einem modernen Land das provinzielle Denken noch sehr verinnerlicht – und muss für sich die Konsequenzen ziehen! Denn ein ehemaliger Memminger Juso hat im Herzen der Kurpfalz doch keine Chancen gewählt zu werden. Wo doch Heidelberg sogar noch eine kleinere große Stadt ist als Stuttgart  :-)

In Anbetracht der Tatsache, dass bei der letzten Bundestagswahl die SPD nur um 850 Stimmen hinter der CDU lag (während die Grünen etwa 10% der Erststimmen erhielten) ist das Fischen der Grünen nach Erststimmen nichts anderes als Wahlkampfhilfe für die CDU. Denn um Cem Özdemir kann es ja nicht gehen. Sonst hätte ihn der grüne Landesparteitag doch bei der Aufstellung nicht so gnadenlos durchfallen lassen, gell Herr Kuhn?

Landtagswahlen 2011 – den Blick nach vorn!

Im Frühjahr 2011 finden im Ländle Landtagswahlen statt. Angesichts der unmittelbar bevorstehenden Bundestagswahlen allerdings, treten die Ereignisse der Landespolitik zurzeit in den Hintergrund der Berichterstattung.

Selbst der SWR als landespolitisches Leitorgan findet die „Tour de Ländle“, Andrea Berg und Bata Ilic im Vorabendprogramm deutlich spannender als die Politik der schwarz-gelben Landesregierung. Günter H. Oettinger und seine Ministerriege können sich so einen Fehlgriff nach dem anderen leisten, ohne mit einer öffentlichen Diskussion konfrontiert zu werden. Die sogenannte vierte Gewalt im Staat wird hierzulande fast schon zum „Gewältle“. Dabei gibt es auch im Bundestagswahlkampf Bezüge zur Landespolitik en masse.

Während im aktuellen Wahlprogramm der CDU von der „Bildungsrepublik“ die Rede ist, in der Bildung „keine Frage des Einkommens der Eltern ist“, herrschen im Bildungssystem des Landes nahezu feudale Zustände. Die Abhängigkeit der Bildung vom Einkommen der Eltern ist skandalös. Besonders schlecht schneidet das baden-württembergische Schulsystem aber bei der Integration von ausländischen SchülerInnen ab, die die Schule dreimal so oft wie ihre deutschen Mitschüler ohne jeglichen Abschluss verlassen.

Fast endlos könnte man die Liste mit Problemen im hiesigen Bildungssystem fortsetzen. Angefangen bei mangelnden Betreuungsangeboten für unter Dreijährige, über die missratene G8-Reform bis hin zur Einführung von Werkrealschulen und Studiengebühren. Wo man hinschaut: Widersprüche zwischen Anspruch („Kinderland“) und Wirklichkeit (landesweit 1,4 Millionen ausgefallene Unterrichtsstunden im letzten Schuljahr). Den Schwerpunkt ihres Handelns legt die Landesregierung im Moment darauf, Hand in Hand mit der ENBW den Wiedereinstieg in die Kernenergie voranzutreiben. Während der Ministerpräsident verbal den Weg für den Ausstieg aus dem Ausstieg freischießt („Atomausstieg ist Aberwitz“), gründet die ENBW eine Stiftung „Energie und Klimaschutz“, die in ihren Publikationen einen höheren Anteil der Stromerzeugung aus Kernenergie fordert. Ohne Rücksicht auf inhaltliche Widersprüche schließt Umweltministerin Gönner derweil ein Endlager im Land kategorisch aus.

Aber auch von ungewohnter Seite kommt Kritik am Ministerpräsidenten: Der Handwerkstag lehnt die Selektion im bestehenden Schulsystem ab und fordert mehr Ganztagesschulen.. Auch im Streit zwischen Porsche und VW konnte sich Oettinger bei der Kanzlerin in punkto VW-Gesetz nicht durchsetzen, was Porsche letztendlich die Selbständigkeit gekostet hat. Überhaupt sind die Ausflüge des Ministerpräsidenten in die Bundespolitik selten von Erfolg gekrönt. Sein Vorschlag, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz anzuheben, wurde von der Kanzlerin sofort wieder kassiert.

In den vergangenen Jahren konnte ein unpopulärer Ministerpräsident mit niedrigen Sympathiewerten und wenig Bürgernähe (Ergebnis einer Umfrage der Stuttgarter Nachrichten zu Günther Oettinger vom September 2008) im Südwesten immer noch auf die soliden Wirtschaftsdaten verweisen, um seine Bilanz aufzupolieren. Doch selbst dies wird in Zeiten, in denen die exportabhängige regionale Wirtschaft von der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders hart getroffen wird („Stuttgart: Die Hauptstadt der Kurzarbeit“ FAZ 12.5.2009; „Dunkle Wolken über dem Musterländle“ Süddeutsche 19.11.2008),, nicht einfach sein. Es gibt also genügend Gründe für eine Ablösung der aktuellen Landesregierung. Oettingers Truppe wird uns bis 2011 noch weitere liefern. Die Verschärfung des Versammlungsrechts liegt bei schwarz-gelb z.B. noch auf Wiedervorlage.

Klar ist, dass ein Politikwechsel nur mit einer starken SPD gelingen kann. (vgl. 3% für die Linke in BW bei der Europawahl 2009). Dafür gibt es bis 2011 noch einiges zu tun. Die SPD Landtagsfraktion hat sich in den letzten Monaten zusammengerauft und ordentliche Arbeit gemacht. Der richtige Ansatz von Claus Schmiedel, die Menschen in einzelnen Politikbereichen, die sie direkt betreffen, (Bildung, Energie, Handwerk…) mit den Fehlgriffen der Landesregierung zu konfrontieren und Alternativen aufzuzeigen, muss sich letztendlich aber auch in Stimmen für die SPD niederschlagen. Aus Juso-Sicht sollte die staatstragende Variante (Stuttgart21, Landesbank, nächtliches Alkoholverkaufsverbot) nunmehr einem klareren Oppositionskurs weichen. Dass Wolfgang Drexler jetzt der Sprecher für Stuttgart21 ist, ist ein kluger Schachzug. Von CDU und FDP.

Da die Landtagsfraktion der SPD nicht die jüngste aller im Landtag vertretenen Parteien ist, (Stand 1.8.2009), würden ihr bei der Wahl auch weiterhin junge KandidatInnen gut tun. Bleibt die offene Frage um die Spitzenkandidatur, für deren Klärung noch ein Fahrplan gefunden werden muss. Aus dem letzten Wahlkampf hat man hoffentlich die nötigen Lehren gezogen: Eine gute Kampagne setzt ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Fraktion und Landesverband voraus. Darauf sollte man schon bei den Planungen im Vorfeld achten.

Der Unmut über die aktuelle Landesregierung wächst in der Bevölkerung allerorten. Die Gelegenheit für einen Wahlerfolg der SPD ist günstig. Wir Jusos sind entschlossen, schwarz-gelb abzulösen. Der Startschuss ist gefallen.

Frederick Brütting
(Juso-Landesvorsitzender)

Kinderarmut wirksam bekämpfen

Der erste OECD-Kinderbericht kommt zu dem Ergebnis, dass es wichtiger ist, Kinder stärker durch die Verbesserung von Betreuung und Bildung anstatt durch Geldtransfers zu fördern. Nach der Studie der OECD-Abteilung für Sozialpolitik führt ein hoher Anteil direkter Zahlungen an die Eltern wie in Deutschland nicht dazu, die Armutsrate bei Kindern zu verringern. Die bei der Armutsbekämpfung erfolgreichen Länder wie Dänemark oder Schweden geben demgegenüber mehr Geld für Bildung und Betreuung aus. Sozialdemokratische Politik kann sich also bestätigt fühlen.

Oettinger jetzt auch streng zu Managern!???

Fast fällt mir die Kaffetasse aus der Hand. “Oettinger will strengere Regeln für Manager” lese ich in der Zeitung von heute. Bitte erinnern! Da hatte der Landtag auf Initiative der SPD einstimmig beschlossen, das Gehalt des LBBW-Chefs auf 500.000 Euro zu begrenzen. Wenige Tage danach holt Günther Oettinger für die Landesbank Baden-Württemberg einen neuen Vorstandsvorsitzenden der bereits in Berlin 1,1 Mio Euro erhalten hat (ohne Boni, die noch dazu kommen) -  und mit einem Schlag ist der Beschluss des Landtags dahin. CDU und FDP sind zu hasenfüssig, um sich selbstbewusst als Parlamentarier zu wehren. Sie werden vorgeführt und Oettinger verschleudert unser Geld. Und nun fordert er also doch strengere Regeln? Ein Großmaul, das populistisch Ratschläge verteilt. Aber selbst nicht in der Lage ist, seine Forderungen auch nur im Ansatz in der Praxis einzulösen.

Videos zur Konferenz "In der Krise handeln"

Eigentlich sollten die nachfolgenden Kurz-Videos während der Konferenz eingestellt werden, uneigentlich war die UMTS-Internetverbindung leider nicht stabil und schnell genug; also werden sie jetzt nachgereicht.

Den Anfang macht Sascha Binder, Juso-Spitzenkandidat Baden-Württemberg für den Bundestag:

Weiter geht’s mit Peter Hofelich MdL:

Nach der Veranstaltung fasst Olaf Scholz kurz und knackig zusammen:

Und Ute Vogt, Spitzenkandidatin der SPD Baden-Württemberg und SPD-Landesvorsitzende, ruft abschließend zur Wahl der SPD auf:

Diskussionsrunde mit Olaf Scholz, Katja Mast, Jörg Hofmann, Lothar Binding und Claus Schmiedel

Katja Mast betont, dass es wichtig ist auf Bildung zu setzen. Die erste Antwort auf Chancengerechtigkeit und Teilhabe ist die Geführenfreiheit von Bildung.

Lothar Binding: “Es ist kein Problem Fehler zu machen, jeder macht Fehler. Vor der Krise sind Fehler gemacht worden. Jetzt geht es aber darum aus der Krise zu lernen und Fehler, die schon einmal gemacht wurden nicht nochmals zu machen.” Merkel behandle die Krise wie eine Erkältung und geht davon aus, dass man nach der Gesundung des Patienten weitermachen könne, wie vorher: “Dies ist falsch!”

Diskussion "Handeln in der Krise"

Claus Schmiedel: “Die Landesregierung in Baden-Württemberg macht immer noch Gutwetterpolitik. Wir brauchen in Baden-Württemberg einen Mittelstandsfonds, aus dem unsere Unternehmen finanzielle Mittel bekommen können.”

Jetzt dürfen Fragen ans Podium gestellt werden

Viele Gäste nutzen die Möglichkeit Fragen zu stellen. Auch über das Internet könnten Fragen gestellt werden. Hierzu einfach im Kommentarbereich die Frage formulieren.

Olaf Scholz: “Wir müssen dafür arbeiten, dass jeder arbeiten  kann. Ich glaube, dass wir in Deutschland die Arbeitsvermittlung unterschätzen und deshalb der Ausbau der Abeitsvermittlung nicht so ausgebaut werden kann wie notwendig. Wir haben hier viel erreicht, können aber mit dem Ausbau nicht aufhören, sondern müssen weitermachen.”

Katja Mast: “Wir haben in den letzten Wochen noch einiges umgesetzt. Keiner der Bereich war für die Union selbstverständlich. Wie z. B. die Möglichkeit, dass jemand ohne Schulabschluss diesen nachholen kann. Nicht gelungen ist uns ein Mindestlohn in der Zeitarbeit, obwohl mit der CDU vereinbart war, diesen einzuführen. ”

Lothar Binding: “50 % der unteren Einkommen zahlen keine Steuern. Wenn wir diesen Einkommensschichten weitere Mittel geben, schlägt sich dies sofort in der Nachfrage nieder.”

“Richtig, wir haben den Steuersatz gesenkt. Wir haben aber gleichzeitig Ausnahmen abgeschafft. Effekt dieser Politik waren deutliche Mehreinnahmen und deshalb war das eine richtige Politik.”

Es wird Mindestlöhne in weiteren Brachen geben. Als nächstes folgt der Pflegebereich.

Claus Schmiedel: “Sozialdemokraten in allen Ländern lehnen  Studiengebühren ab, weil sie sozial schwächere benachteiligen.”

Peter Hofelich spricht Schlusswort

Olaf Scholz

Olaf Scholz stellt dar, warum es wichtig ist zu wählen.  Die Wirtschaftskrise sei eine Situation, die viele Menschen bewegt. Hier gäbe es viele Empfehlungen, die ganz genau betrachtet werden sollten. So auch das Papier aus dem Wirtschaftsministerium. In diesem Papier stehe nichts unerwartetes drin, sondern das, was vom Koalitionspartner schon immer gefordert würde.

Olaf Scholz in Göppingen

Der Erfolg der Kurzarbeit begründe sich nicht nur dadurch, dass hier viel Geld zur Verfügung gestellt wird, sondern auch darin, dass wir hier in Deutschland Mittbestimmung und Arbeitnehmervertreter haben. Deshalb sei es völlig falsch, jetzt in der Krise Arbeitnehmerrechte abzubauen.

Es sei nicht unseriös, einen Plan zu haben, wie Frank-Walter Steinmeier, sondern es ist unseriös und zynisch zu behaupten  man könne keine Zahlen nennen. “Nein, es ist wichtig, wenn ein zukünftiger Bundeskanzler einen Plan hat, wo es hingehen soll.”

In der Krise handeln

Die Menschen heute werden älter. Statt sich aber darüber zu freuen, wird geklagt, was da nun getan werden muss. Obwohl in den letzten 20 Jahren fünf große Rentenreformen durchgeführt wurden, wird so getan, als sei die sechste und siebte notwendig. Hier müssen wir doch auch festhalten: von den Rentnerinnen und Rentnern wurde viel Solidarität erbracht. Deshalb ist es richtig, ihnen jetzt zu garantieren, dass ihre Bruttorente nicht fällt.

“Ich habe einen Schuldigen gefunden, warum die Glaubwürdigkeit der Rentenpolitik massiv gesunken ist. Sein Name ist Norbert B.”

“Wir müssen akzeptieren, dass wir von Arbeit leben. Wenn man manche Serien sieht, dann kommt man da ja fast ins Zweifeln.”

“Bürgerrechte sind auch im Betrieb wichtig. Wir werden die deutschen Vorstellungen nicht den internationalen Vorgaben anpassen, sondern sie im Gegenteil exportieren.”

“Ich bin für Mindeslöhne! Es kann nicht angehen, dass jemand einen Monat hart arbeitet und rackert und am Ende des Monats immer noch auf die Hilfe der Familie angewiesen wird. Bei Mindestlöhnen geht es auch ums Geld, es geht aber auch um die Würde.”

Olaf Scholz erntet häufig Szenenapplaus.

“Das mit der Leiharbeit ist uns aus dem Ruder gelaufen. Es gab allerdings eine Reihe Entwicklungen, die problematisch sind.”

“Man darf den Sozialstaat nicht schlechtreden. 744 Milliarden Euro sind nicht so wenig, dass man behaupten kann, wir hätten keinen Sozialstaat. ”

Lang anhaltender Beifall!

In der Krise handeln

Herzlich willkommen bei der Konferenz der SPD Baden-Württemberg in Göppingen. Wir – Christian Soeder und Oliver Sigrist – werden die nächsten Stunden live von der Veranstaltung mit Bundesminister Olaf Scholz aus Göppingen bloggen.

Der Saal füllt sich

Über 100 Teilnehmer haben sich zu der Konferenz angemeldet und dem Besucherstrom nach zu urteilen werden es weit mehr werden, die der Diskussion mit Jörg Hoffmann, Olaf Scholz, Lothar Binding, Katja Mast und Klaus Schmiedel beiwohnen wollen. Wir freuen uns auf eine Interessante Veranstaltung.

Ute Vogt eröffnet die Konferenz

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Angst um ihre Jobs, Unternehmen sorgen sich um ihre Betriebe. Das bewegt die Menschen, deshalb haben wir zu der heutigen Veranstaltung geladen.

Ute Vogt in Göppingen

Bürgermeister Jürgen Lämmle begrüßt die Besucher

“Es freut uns Sie heute in Göppingen zu begrüßen und es freut uns, dass sie sich hier in Göppingen dem Thema ‘Handeln in der Krise’ angenommen haben. ”

Jörg Hofmann: “Perspektiven für Beschäftigung bieten”

Seit vorgestern liegen neuen Arbeitsmarktzahlen vor. In Baden-Württemberg ein Anstieg von 5 % Arbeitslosen gibt zu bedenken. ” Der Arbeitsmarkt ist – angesichts der derzeitigen Situation – relativ stabil, es ist zu fragen, welche Perspektive uns bevorsteht.”

Trotz der positiven Meldungen, die wir im Moment hören, bleibe die Krise die schwerste in der Geschichte der Bundesrepublik. Es brauche Perspektiven der Beschäftigung und es sei gut, dass sich die Politik dieses Themas annimmt, so wie mit dem Deutschlandplan von Frank-Walter Steinmeier. Nach wie vor sind Vollbeschäftigung und ein Recht auf Arbeit wichtige Ziele, in derem Sinne von der Politik Antworten gefordert sind.

“Wir kämpfen um jeden Arbeits und Ausbildungsplatz und auch um den Erhalt der industriellen Struktur. Sind die industriellen Strukturen in ihrem Bestand gefährdet, so ist Deutschland als Produktionsstandort insgesamt gefährdet.”

“Jahrzehnte lang wurde uns gesagt, der Markt kann alles regeln. Wenn der Markt so furchtbar schlau ist, warum konnte er die Überkapazitäten nicht rechtzeitig beseitigen?”

“Wir müssen sicherstellen, dass junge Leute in Arbeit kommen.”

“Werden die Lasten der Krise gerecht verteilt oder wird die Krise missbraucht, die Reichen weiter zu fördern und die Krise zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu beseitigen.”

Der Deutschland-Plan von Walter Steinmeier biete gute Voraussetzungen für eine Überwindung der derzeitigen Probleme am Arbeitsmarkt.

“Die schlechteste Option für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wäre Schwarz-Gelb. Die Landtagswahlen haben gezeigt: Wo die Wahlbeteiligung hoch ist hat Schwarz-Gelb keine Chance. Wir empfehlen keine Partei, wir empfehlen unseren Mitgliedern aber wählen zu gehen.”

Jörg Hofmann wird  mit kräftigem Beifall vom Podium verabschiedet.