Wie provinziell ist das denn?

Wieder eine Überraschung unserer grünen Freunde: Eine neue These, diesmal von Fritz Kuhn: “Die aus der Kurpfalz stammende SPD-Landeschefin habe in der Landeshauptstadt weniger Chancen als der im schwäbischen Landesteil aufgewachsene Özdemir” so sagte er der dpa. Was lehrt uns das? Der aus Bayern stammende Fritz Kuhn hat trotz Umzug in eine große Stadt in einem modernen Land das provinzielle Denken noch sehr verinnerlicht – und muss für sich die Konsequenzen ziehen! Denn ein ehemaliger Memminger Juso hat im Herzen der Kurpfalz doch keine Chancen gewählt zu werden. Wo doch Heidelberg sogar noch eine kleinere große Stadt ist als Stuttgart  :-)

In Anbetracht der Tatsache, dass bei der letzten Bundestagswahl die SPD nur um 850 Stimmen hinter der CDU lag (während die Grünen etwa 10% der Erststimmen erhielten) ist das Fischen der Grünen nach Erststimmen nichts anderes als Wahlkampfhilfe für die CDU. Denn um Cem Özdemir kann es ja nicht gehen. Sonst hätte ihn der grüne Landesparteitag doch bei der Aufstellung nicht so gnadenlos durchfallen lassen, gell Herr Kuhn?

 
 
 

14 Kommentare zu “Wie provinziell ist das denn?”

  1. Julian
    22. September 2009 um 11:07

    Sehr lustig waren auch die Jungs von der Grünen Jugend, die uns am Sonntag beim Kicken davon überzeugen wollten für Cem Özdemir zu stimmen. Irgendwas passt da nicht so wirklich.

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  2. Till Westermayer
    23. September 2009 um 14:55

    Mal kurz nachdenken: vielleicht lag die SPD beim letzten Mal nur knapp hinter der CDU, *weil* viele Grün-WählerInnen im für die Grünen doch nicht erst seit diesem Jahr starken Wahlkreis ihre Erststimme der SPD gegeben haben? Falls ihr es noch nicht begriffen habt, liebe SPD: Cem und den Grünen im Ländle ist es mit dem Kampf um das Stuttgarter Direktmandat ernst. In gut 100 Stunden wird ausgezählt. Wer heute noch so weltfremd ist wie Ute Vogt, die bei Spiegel Online damit zitiert wird, dass die Auseinandersetzung nur zwischen ihr und Kaufmann laufe, wird dann vielleicht die eine oder andere Überraschung erleben.

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  3. anon
    24. September 2009 um 09:40

    Sorry,
    ist jetzt etwas off-topic aber ich brauch bis Sonntag noch Entscheidungshilfe.
    Gibt es bei Euch noch mehr wie den Herrn Uebele?
    http://blog.steffenuebele.de/#post7
    Der bestätigt mir wieder: Es gibt noch Hoffnung.

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  4. Sarah
    24. September 2009 um 10:34

    @anon: Natürlich :-) http://www.spd-internetpolitik.de/

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  5. Michael Fritsch
    24. September 2009 um 10:49

    Wenn es den Grünen sooo ernst damit gewesen wäre, „ihren“ Cem Özdemir für Stuttgart in den Bundestag zu bekommen, warum hat ihn der Grünen-Parteitag dann durchfallen lassen und nicht auf die Landesliste gesetzt? Wohl bemerkt: Özdemir ist Parteichef! Hat da etwa die eigene Partei kein Vertrauen? Oder will man sich nicht zu Unwahrheiten stellen, wie den sofortigen Stopp von Stuttgart 21, der rechtlich gar nicht möglich ist? Geht es hierbei etwa mehr um die Stärkung der eigenen Position in der Partei als um Stuttgart? Und es ist schon bemerkenswert, dass man ihn auf kaum einer Podiumsdiskussion und auch sonst eher selten in Stuttgart antrifft. Kann man da wirklich glauben, dass sich das ändern würde, wenn er das Direktmandat bekäme? Das Schlimme dabei ist nur, dass dadurch die Stimmengewichtung in Richtung CDU-Kaufmann fällt. Und das, weil die Grünen einen „Phantom-Wahlkampf“ führen…

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  6. anon
    24. September 2009 um 12:33

    @Sarah

    Danke für den Link.

    @Ute Vogt
    Der Link von Sarah hat mich angenehm Überrascht. Sie haben dort jedoch (noch) nicht unterzeichnet. Wäre das eine Option für Sie?

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  7. Ach Freddy
    24. September 2009 um 16:32

    Liebe Frau Vogt,

    auch wenn Sie es bestimmt nicht glauben werden, wünsche ich Ihnen doch den Wahlsieg im Stuttgarter Süden.
    Bei den realistischen Wahlalternativen CSD-Kaufmann und Anatolien-Cem ist das allerdings keine Auszeichnung.

    Mit Grüßen und Daumendrücken aus dem konservativen Hinterland, wo die SPD mit FDP und Grünen um Platz 2 und die Zweistelligkeit kämpft.

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  8. Till Westermayer
    25. September 2009 um 12:31

    Lieber Michael Fritsch, der grüne Parteitag hat sich dagegen entschieden, Cem einen der ersten 10 Listenplätzen zu geben. Das ist richtig. Dass er trotzdem um das Stuttgarter Direktmandat (StN von heute fand ich dazu richtig gut) kämpft, ist nicht nur sein gutes Recht, sondern wird auch von der Partei insgesamt unterstützt. Phantom-Wahlkampf sieht anders aus. Ich habe eher den Eindruck, dass hier einige (CDU wie SPD) große Angst haben, dass Cem gewinnen könnte. Und sich zu anoynmen Bäckereiaktionen ebenso hinreißen lassen wie zu seltsamen Schmähungen.

    Oder noch mal anders: wenn die SPD in Stuttgart so schwach ist, dass sie nur mit grünen Leihstimmen gegen die CDU gewinnen kann, dann hätte sich die SPD landesweit vielleicht mal vorher überlegen sollen, ob eine Absprache mit den Grünen sinnvoll gewesen wäre. Ist nicht passiert. Jetzt kämpft halt jeder für sich – und der bessere gewinnt.

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  9. Ute Vogt
    25. September 2009 um 19:46

    @anon
    Persönlich teile ich in wesentlichen Teilen inhaltlich den Ludwigsburger Dialog. Da ich als Landesvorsitzende der SPD in Baden-Württemberg die gesamte Partei nach aussen vertrete, habe ich auf die Unterschrift bislang verzichtet, denn in der SPD im Land sind die Meinungen dazu derzeit tatsächlich noch unterschiedlich.

    @Ach Freddy – trotzdem danke :)

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  10. Jörg
    27. September 2009 um 21:11

    Provinziell? Die Grünen sind nicht einmal halb so provinziell wie sich die BaWü-SPD gibt. Die BaWü-SPD ist mit der Rolle des Steigbügelhalters für die CDU im Südwesten zufrieden. Zu mehr wird es noch nicht einmal mehr im Bund reichen. Die SPD wird zwischen CDU und Links-Partei zerrieben. Recht so.

    Ein ehemaliger SPD-Wähler. Green forever!

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  11. anon
    28. September 2009 um 08:39

    @Ute Vogt
    Das ist natürlich ein gutes – und für mich nachvollziehbares- Argument. Sie können natürlich nicht immer so wie Sie wollen. Wäre halt ein schönes Zeichen.

    @all
    Das gestrige Ergebnis war ja alles andere als schön. Ich denke Wolfgang Lieb hat die Gründe hierfür sehr gut auf den Punkt gebracht. http://www.nachdenkseiten.de/?p=4225

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  12. Andi B.
    28. September 2009 um 11:19

    Tja, liebe Ute Vogt, angesichts des Erststimmenergebnisses hat der Fritz Kuhn wohl doch recht behalten, oder? Ihr Beharren auf einer Erststimmenkampagne in Stuttgart war wohl – angesichts ihres mageren Ergebnisses – eher Wahlkampfhilfe für die CDU, als der Versuch von Herrn Özdemir, das Direktmandat in Stuttgart I zu gewinnen.

    Hätten Sie mit den GRÜNEN kooperiert, wären sowohl Ute Kumpf, als auch Cem Özdemir in den Bundestag eingezogen. So ging das leider nicht. Schade!

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  13. Eis Prinz
    28. September 2009 um 11:24

    das ihre Erststimmenkampagne zu einem schwarzen Direktmandat geführt hat ist ihnen anscheinend egal. Aber dieses Verhalten ist mensch von der Ba-Wü SPD ja leider gewohnt :-|

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  14. Matze
    28. September 2009 um 12:15

    18% ist klar. Ihre Statements im Vorfeld bezüglich Cem Özdemir waren arrogant und wie man sieht auch völlig realitätsfremd. Eindeutig keine Chance gehabt und das lag auch an der Kanditatin Vogt selber begründet.

    Naja sie können ja wieder behaupten das hätten sie nicht geahnt. Haben sie ja auch bei dem Nahles Desaster und Münte Rücktritt zum besten gegeben. Ziemlich wenig politisches Gespür für meinen Geschmack. Bitte Rücktritt. Danke

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