Augenstein, Mappus und die Pforzheim-Millionen

Stimme.de, 28.06.2009:

Augensteins Wahlniederlage bedeutet nicht nur für die FDP-Politikerin eine herbe Schlappe. Die CDU hatte im Wahlkampf vor allem in den vergangenen Wochen deutlich für Augenstein Partei ergriffen. Gemeinsam mit dem frischgebackenen Vorsitzenden der FDP-Fraktion, Hans-Ulrich Rülke, hatte sich CDU-Landtagsfraktionschef Stefan Mappus stark für die Oberbürgermeisterin eingesetzt. Beide Landespolitiker räumten nach der Wahl Fehler ein: „Ich werfe mir vor, mich zu spät in den Wahlkampf eingebracht zu haben“, meinte FDP-Politiker Rülke. Auch Mappus zeigte sich nachdenklich: „Ich sehe das ähnlich.“

Pforzheimer Zeitung, 07.12.2009:

„Auch die Banken haben sich kritisch geäußert, ob die Verwaltung dies darf.“ Nach den vorliegenden Erkenntnissen übergingen die Kämmerei und die frühere Oberbürgermeisterin Christel Augenstein (FDP) diese Bedenken.

Für das erste, grundsätzlich noch zulässige Derivate-Geschäft, erteilte Augenstein der Kämmerin Susanne Weishaar eine Vollmacht. Nach Reklamation der Bank unterschrieb dann doch die Oberbürgermeisterin.

Die Geschäfte mit der Deutschen Bank tragen alle die Unterschrift der Kämmerin. Die nach heutigem Stand noch viel verlustreicheren Folgegeschäfte mit JP Morgan sind wieder von der OB unterschrieben.

Man darf gespannt sein, ob sich der designierte Ministerpräsident Stefan Mappus zu dieser Thematik noch äußert oder ob er hofft, dass sein Einsatz für die augenscheinlich völlig überforderte Augenstein bereits in Vergessenheit geraten ist. Falls er Letzteres versuchen sollte, muss man ihn enttäuschen: die SPD Baden-Württemberg wird es nicht vergessen, und auch die Bürgerinnen und Bürger Pforzheims werden Mappus‘ Schützenhilfe in Erinnerung behalten.

Ergänzend sei auf die SPD-Baden-Württemberg-Blog-Eintrage vom 11.06.2009 und vom 29.06.2009 verwiesen.

5 Gedanken zu „Augenstein, Mappus und die Pforzheim-Millionen“

  1. Ich vermisse hier eine Ehrenerklärung von dem damaligen 1. Bürgermeiter Herr Hager und stelle die Frage: Hat er nichts gewußt? Ich kann mir nicht vorstellen das zwei Frauen dies ohne Mitwisser durchgezogen haben.

  2. Sehr geehrter Herr Soeder,

    nochmals meine Frage: gibt es eine glaubwürdige Ehrenerklärung von Herrn OB Hager nchts von diesen Machenschaften gewußt zu haben?

    Diese Frage stellt ein Bürger, der in ein paar Jahren die Zeche zahlen muß.

    Ich höre schon seit Wochen nichts mehr von dieser Affäre.

    MfG Jürgen Schäfer

  3. Lieber Herr Schäfer,

    wie gesagt: bitte wenden Sie sich an Herrn Hager. Unter pforzheim.de finden Sie die offiziellen Kontaktdaten.

    Ich verstehe, dass Sie verärgert sind. Ich wäre es auch. Allerdings weiß ich auch nicht mehr als Sie – eher weniger.

    Herzlich, Christian Soeder

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