Aktuelle SWR-Umfrage zeigt: Atomkraft ist kein wahlentscheidendes Thema in Baden-Württemberg

Die aktuelle SWR-Umfrage (Infratest Dimap) lieferte folgendes Ergebnis im Vergleich zur letzten Landtagswahl 2006:

CDU: 43% (44,2%)
SPD: 20% (25,2%)
FDP: 11% (10,7%)
Grüne: 17% (11,7%)
Linke: 4% (3,1%)

55% der Befragten sind für einen raschen Atomausstieg und nur 39% fordern, dass Atomkraftwerke länger am Netz bleiben sollen. Und dennoch hätten die Pro-Atom-Parteien CDU und FDP in Baden-Württemberg erneut eine klare Mehrheit. Die SPD müsste erneut Federn lassen, die Linkspartei wäre nicht im Landtag, und die Grünen wären beinahe zweitstärkste Kraft.

Gleichzeitig bekommt Kultusminister Rau schlechte Noten – zu recht, wenn man sich die verkorkste Bildungspolitik in Baden-Württemberg anschaut.

Folgendes ist ergo festzustellen:

1. Atomkraft ist in Baden-Württemberg kein wahlentscheidendes Thema. Man sollte es im Wahlkampf nicht wie 2006 zum Hauptthema machen.
2. Bildung muss das zentrale Thema im Wahlkampf sein. Die SPD muss ihre guten Konzepte in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Nur so ist ein Umschwung zu schaffen.
3. In Baden-Württemberg muss man sich über Rot-Rot-Grün nicht den Kopf zerbrechen. Die Linkspartei spielt keine Rolle.
4. Eine realistische Machtperspektive hat die SPD nur mit einer Ampel. Es gilt also, die Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten, die SPD, Grüne und FDP haben.
5. Ein Problem der Bundestagswahl war, dass die ungeliebte Große Koalition von den Wählern in Betracht gezogen wurde. Dies hat der SPD massiv geschadet. Um eine ähnliche Situation 2011 zu vermeiden, muss die SPD eine Koalition mit der CDU definitiv ausschließen.

(Eigene Meinung des Autors, nicht der SPD Baden-Württemberg.)

Veröffentlicht von

Christian Soeder

Freier Mitarbeiter Internet SPD Baden-Württemberg

3 Gedanken zu „Aktuelle SWR-Umfrage zeigt: Atomkraft ist kein wahlentscheidendes Thema in Baden-Württemberg“

  1. Wer will schon eine Große Koalition – aber mit „Große Koalition definitiv ausschließen“ hat die SPD im Land so ihre Geschichte. Einmal hat die Führung gegen einen ausdrücklichen Parteitagsbeschluss eine solche gebildet – und ein weiteres Mal wurde die Große Koalition gemacht, obwohl sie vorher im Wahlkampf ausgeschlossen worden war….. Da hat ein vorheriger Ausschluss vielleicht berechtigte Glaubwürdigkeitsprobleme…

  2. Bei dieser Umfrage kam ebenfalls heraus: „die Frauen halten die SPD am Leben“. Thema Gleichstellung: hier muss die SPD ebenfalls ansetzen (steht ja auch im Programm): Altersarmut von Frauen, immer mehr Frauen im Minijob-Bereich beschäftigt, Frauen sind im Landtag nur mit 24% vertreten obwohl sie 54% der Wahlberechtigten darstellen!
    Da haben wir doch 1000* mehr überzeugende Argumente zu bieten als Herr Mappus und die CDU! es kommt nur nicht rüber.

  3. Ute: Das war aber, wenn ich mich nicht irre, eine besondere Situation: schließlich sind damals die Republikaner in den Landtag eingezogen. Und da war es natürlich richtig von der SPD, Verantwortung zu übernehmen. Heute haben die Republikaner keine Chance mehr, die Gefahr fällt also weg.

    Petra: Eine sehr gute Ergänzung, danke. Das sollte unbedingt ins Wahlprogramm rein. Hast Du dazu schon was geschrieben?

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