Bietigheimer Rede und impuls2011

Die Bietigheimer Rede von Nils Schmid ist unter www.spd-bw.de online. Sehr lesenswert! Ein kurzer Auszug:

Die Anrechte von kranken, pflegebedürftigen oder behinderten Menschen auf bedarfsgerechte soziale Hilfe durch die Gemeinschaft können heute nur unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten erbracht werden. Vertragsfreiheit, Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, Berufsfreiheit und Privateigentum, freier Marktzugang für Konsumenten und Anbieter und schließlich auch ein Wettbewerb zuerst um die Qualität, aber nicht zuletzt auch um den Preis sind einfach nicht mehr wegzudenken. Sicher braucht ein solcher Markt auch Regeln.

Außerdem der Hinweis auf „impuls2011“, der Kreativkonferenz der SPD Baden-Württemberg am 15. Mai in Tübingen zur Vorbereitung der Landtagswahl 2011:

Auf dieser Konferenz gibt es kein oben und unten, kein hinten und vorne, keine Hierarchie. Wer kommt, bestimmt was passiert und welche Themen diskutiert werden. Eine OpenSpace-Konferenz organisiert sich selbst und die Teilnehmer entscheiden. Du kannst Themen eröffnen, Dich anderen anschließen und Prioritäten setzen.

Ich werde jedenfalls teilnehmen, vielleicht sieht man sich ja dort. Die Anmeldung ist online möglich.

PS: Außerdem sehr erfreulich: die schwarz-gelbe Regierung ist erstmals seit 9 Jahren unter 50% gelandet. Da geht was!

Veröffentlicht von

Christian Soeder

Freier Mitarbeiter Internet SPD Baden-Württemberg

2 Gedanken zu „Bietigheimer Rede und impuls2011“

  1. Eine Partei der Wertorientierung, das heißt heute vor allem, eine Partei des Inflationsausgleichs zu sein. Was aber, wenn das Gesundheitssystems inflationiert wird? Ja, meine Damen und Herren, da bin ich mir ganz sicher: Wir müssen es fit für die Zukunft machen.

    Wie aber bestimmt sich eine innovative Zukunft? Was ist maßgeblich? Nun, zuvorderst die Eigenverantwortung und Budgetkompetenz des Einzelnen. An zweiter Stelle die fach- und sachgerechte weitere Entwicklung von Ärztehonoraren (insbesondere der Fachärzte). Wie wissenschaftlich zu 100% abgesichert ist, können nur freie Waren- und Kapitalmärkte die dafür notwendige Stabilität in Sicherheit und Freiheit ermöglichen.

    Jegliche Anwürfe, ein System sich nicht nach Tauschverhältnissen ausrichten zu lassen, sondern an Sekundärwerten (sog. Menschenwürde, Lebenszufriedenheit, Sicherheitserwartungen, Professionalität, Ethos) zu orientieren kann rein prinzipiell nicht erfolgreich sein. Sie würde im übrigen auch keine nennenswerte Rendite abwerfen.

    Prost!

  2. ich meine, dieser einleitungstext ist ein witz. natürlich leben wir in einer kapitalistischen/marktförmigen wirtschaft.

    wenn die spd dermaßen visionslos herumstochert, dass für die visionen bloß noch ideologische versatzstücke aus den wirtschaftswissenschaften herhalten, dann ist das einfach ein ungesunder zustand. den meisten menschen im gesundheitssystem kommt es darauf an, anderen menschen zu helfen (oder auch zu demonstrieren, zu was man fähig ist), und die organisationsform ist dabei ein umstand, mit dem man halt zu tun hat, mit dem man leben muss. aber es geht doch nicht darum, möglichst hohe „leistung“ zu bringen oder möglichst viel geld zu verdienen?! (natürlich müssen ärzte wegen ihrer hohen belastung und guten ausbildung auch dementsprechend bezahlt werden). meine güte. es geht um die menschen. effizienter mitteleinsatz ist auch wichtig, aber doch sekundär.

    das, was da oben steht, eröffnet unkontrollierbare bereicherungsmöglichkeiten und schafft ein system, das niemand mehr durchblicken kann. dort werden sich unweigerlich schwarze schafe einrichten, das zeigt schon die erfahrung. das bringt fast automatisch auch steigende preise (ich würde mal intuitiv sagen: gesundheit ist etwas so persönliches, darüberhinaus lokales und durch beziehungen geprägtes feld, dass sich ein richtiger wettbewerb im sinne der ökonomischer theorie nicht entwickeln wird, oder sagen wir besser, nur bei bestimmten waren, medikamenten, vielleicht noch medizinischen leistungen.)

    die skandinavischen sozialstaatsmodelle (wohlfahrtsstaatsmodelle) behandeln den menschen nach möglichkeit nicht als ware und fahren damit viel viel besser, die gesellschaftliche zufriedenheit ist größer. wieso kann das nicht auch das ziel der spd sein? dafür würde ich sie wählen, für andere ideen und leitlinien braucht man sie nicht.

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