Die Segen des Öls

Öl – das flüssige Gold, wichtiger Energieträger, Stoff zur Herstellung von Kunststoffen, wichtiger Heizstoff, Antrieb für fast alle Motoren. Fast jeder braucht Öl, vor allem die Wirtschaft. Der Ölbedarf steigt international immer weiter an, doch die Ressource wird knapp. Dies ist der Grund, dass nicht nur Wirtschaftsunternehmen, sondern auch die Politik bereit sind immer größere Risiken eingehen, um an das flüssige Gold zu kommen. Gleichzeitig fahren ölfördernde Unternehmen ihre Sicherheitsstandards zurück – das kostet schließlich Geld – und eine Gewinnschmälerung ist natürlich nicht im Sinne der Geschäftsbilanz.

Der Mix aus steigender Nachfrage, Ressourcenknappheit und dem Bemühen das Öl zu erschließen, das national vorhanden ist, führte nun in den USA zu der größten Umweltkatastrophe in ihrer Geschichte. Das Meer ist (hunderte) kilometerweit ölverschmutzt, das Öl dringt weiter ins Land ein durch Flüsse und Kanäle, unzählige Tiere verenden und der Lebensraum, auch von Menschen, ist bedroht.

Doch das Öl muss weiter sprudeln. Koste es, was es wolle. Deshalb wird auch im Golf von Mexiko, wenige Kilometer von der Unglücksstelle, wieder nach Öl gebohrt. Präsident Obama findet das auch richtig. Glücklich ist es über die riskanten Bohrungen zwar nicht, aber man brauche schließlich das Öl als wichtiger Energieträger.

Zwar wächst der Unmut über das Unternehmen bp und seine mangelnden Sicherheitsstandards und es wird über das Ausmaß der Kosten zur Beseitigung der Ölkatastrophe diskutiert, aber ein generelles Umdenken findet nicht statt. Es scheint eher so, dass man die Lösung zur Vermeidung und Behebung solcher Katastrophen schon gefunden hat. Sicherheitsstandards hoch, mehr Mittel zur Beseitigung von Verschmutzungen.

Es wird so diskutiert, als ob durch finanzielle Mittel die Auswirkungen des ausströmenden Öls behoben werden könnte. Doch den verendeten Tieren wird das nicht mehr helfen. Das Ökosystem Meer lässt sich durch Geld nicht wieder in den Stand vor dem Ölleck versetzen.

Die Erhöhung der Sicherheitsstandards für Öl-fördernde Unternehmen ist zwar gut, noch besser wäre es auf diese riskanten Bohrungen zu verzichten. Doch dies würde eine generelle Energiewende bedeuten. Damit tun sich die Vereinigten Staaten von Amerika fast traditionell schwer. Die Umwelt und die Tierwelt scheinen ja geduldig und solche „Zwischenfälle“ gibt es ja nicht alle Tage.

Traurige Tatsache: Mit den Mitteln, die gerade ausgeben werden, um das Leck zu stopfen, Kappen aufzusetzen, das Meer zu reinigen, Tiere zu retten (die Liste ließe sich auf 2 Seiten erweitern), hätte man auch massiv in Erneuerbare Energien investieren können.

Es scheint nur so: Tiere, Umwelt und Menschen haben keine so starke Lobby, wie das flüssige Gold – das Öl…

Luisa Boos

Stellvertretende Juso-Landesvorsitzende

Veröffentlicht von

Jusos Baden-Württemberg

Reihum bloggen an dieser Stelle die Mitglieder des Juso-Landesvorstandes und des LA-Präsidiums. Die Blog-Beiträge geben die persönliche Meinung des Autors/der Autorin wieder.

Ein Gedanke zu „Die Segen des Öls“

  1. Das eine „Energiewende“ her muss, sollte mittlerweile jedem klar sein (wenn dies aber auch nicht bedeutet, dass sie jeder will!). In Bezug auf Öl muss man diese „Energiewende“ jedoch differenzierter betrachten. Strom aus den Erneuerbaren reduziert den Ölverbrauch nicht! Selbst wenn mit regenerativer Energie geheizt wird, sinkt der Ölverbrauch nur minimal.
    Die (R)Evolution muss anderswo stattfinden, nämlich im Verkehr. Das bedeutet aber nicht einfach nur sparsamere Autos, sondern genauso ein Umdenken von UNS, den Verbrauchern! (sogar noch mehr von uns, schließlich sind sparsame Autos schon da, nur werden sie kaum gekauft!).
    Wenn in diesen Bereichen kein bzw. kaum noch Öl verbraucht wird, ist immer noch ein großer Teil (in D. rund 25% des Verbrauchs) für die Chemieindustrie notwendig. Mit der „Energiewende“ ist es also beim Öl nicht getan, unser Umdenken ist unabdingbar.

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