Stromlücke ist an Überproduktion verstorben

Die Stromlücke ist eines der schönsten Argumente aller Kernenergiefreunde (allen voran: die Energiekonzerne). Die Stromlücke soll entstehen, würde man den Ausstieg aus der Atomkraft in geplantem Zeitrahmen weiter verfolgen. Wahlweise werden dann zwei „erschreckende“ Szenarien entworfen: Man stelle man sich mal vor, man säße in Zeiten hohen Verbrauchs plötzlich im Dunkeln oder aber, man müsse noch den viel böseren Atomstrom aus Frankreich kaufen. Alles ganz schrecklich und deshalb dürfe man auf KEINEN Fall die Atommeiler vom Netz nehmen, an den einige wenige Konzerne unendlich viel verdienen.

Nun belegen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, dass Deutschland mit 9 Millionen Kilowattstunden den höchsten Produktionsüberschuss in seiner Geschichte an Strom erzielt hat. Kurz: Es wurden 6,7 Prozent mehr Strom erzeugt als verbraucht. Und das OBWOHL die Atommeiler Krümmel und Brunsbüttel in der gleichen Zeit überhaupt nicht am Netz waren.

Und das ist kein neues Phänomen. Der Exportüberschuss steigt in Deutschland seit Jahren kontinuierlich an.

Würde man eine ausgeglichene Bilanz erreichen wollen, könnte man sechs weitere Atommeiler sofort vom Netz nehmen, ohne, dass eine einzige Kilowattstunde fehlen würde.

Diese Entwicklung verdanken wir der Zunahme von Strom aus Erneuerbaren Energien. In allen Segmenten konnte diese Stromproduktion in den letzten Jahren kräftig zulegen. Das macht nicht nur Mut, sondern sollte auch darin bestärken, dass ein Ausstieg aus der Atomenergie sehr wohl möglich ist. – Man muss es nur machen!

Energiewende JETZT!

Luisa Boos

Stellvertretende Juso-Landesvorsitzende

Veröffentlicht von

Jusos Baden-Württemberg

Reihum bloggen an dieser Stelle die Mitglieder des Juso-Landesvorstandes und des LA-Präsidiums. Die Blog-Beiträge geben die persönliche Meinung des Autors/der Autorin wieder.

8 Gedanken zu „Stromlücke ist an Überproduktion verstorben“

  1. und nicht vergessen, jeder kann mithelfen die Energiebilanz niedrig zu halten. Einfach weniger Strom verbrauchen.

  2. RIP Stromlücke.

    Möge die Stromlücke genauso in Frieden ruhen wie die Menschen, die 10 Minuten dem Vakuum und 10 Minuten 2,2 bar Überdruck ausgesetzt waren und vorher der Meinung waren, sie hätten sogar noch einen Drucküberschuß.

    und nicht vergessen, jeder kann mithelfen die Energiebilanz niedrig zu halten. Einfach weniger Strom verbrauchen.

    Und natürlich nicht zu vergessen, dann Strom verbrauchen, wenn er auch produziert wird. Also bei Wind und Sonnenschein bügeln, waschen und backen, statt nachts bei Windstille.

    Ich erwarte ja nicht, dass man das Wort Residuallast kennt, oder die Preise von Spitzenlaststrom, aber es wird in der baden-württembergischen SPD doch wohl jemanden geben, der sich mit Energieerzeugung und -bereitstellung auskennt. Kann der oder die nicht mal was dazu schreiben?

  3. Zumindest denken wir in der SPD interdisziplinär, was ja nie Schaden kann. Und selbst wenn ich kein Energieexperte bin, dank google könnte ich einer werden. Man muss nur die Gabe besitzen gute Informationen von schlechten Informationen unterscheiden zu können. So ähnlich wie bei Aschenputtel.

  4. @PetraK: Ich finde den interdisziplinären Ansatz gut, allerdings habe ich teilweise Bedenken, dass er auch überall durchgezogen wird. Man hat sich meines Erachtens bisher noch viel zu wenig Gedanken über eine effektive Speicherung gemacht.
    Dass man dank google zum Energieexperten werden kann, wage ich zu bezweifeln. Dafür sind die Dinge zu komplex. Es braucht Erfahrung und Wissen.

  5. Ich erwarte ja nicht, dass man das Wort Residuallast kennt, oder die Preise von Spitzenlaststrom, aber es wird in der baden-württembergischen SPD doch wohl jemanden geben, der sich mit Energieerzeugung und -bereitstellung auskennt. Kann der oder die nicht mal was dazu schreiben?

    http://www.hermannscheer.de/ kennste? ;-D

  6. @Christian: Natürlich kenne ich Herrn Scheer. Aber der schreibt doch nicht hier. Ausserdem sind seine Ausführungen meines Erachtens manchmal zu abgehoben. Wenn ich ihn zitieren darf

    Allein durch die Nutzung der effizientesten Haushaltsgeräte können in Deutschland sieben Großkraftwerke „weggespart“ werden.

    Wenn ich mich in meinem Haus umschaue, dann sehe ich Waschmaschine, Spülmaschine, Herd, Kühlschrank und Tiefkühltruhe als grösste Stromverbraucher mit einem durchschnittlichen Alter von 7 Jahren (Wäschetrockner habe ich nicht). Wenn ich das ganze in der derzeit effizientesten Energieklasse neukaufen wollte, müsste ich vermutlich einen mittleren 4-stelligen Betrag ausgeben. Den hat nicht jeder.

    Ich fände es schön, wenn ich mal ein ausgearbeitetes, an der Praxis orientiertes Konzept zum lesen bekäme. Auf irgendwelchen Grundlagen werden ja so blumige Worte wie

    Zum anderen das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung, dass die Weichen in Richtung auf eine grundlegende Neuorientierung in Wirtschaft und Gesellschaft stellt. Er verbindet Wirtschafts-, Energie- und Umweltpolitik, baut die Brücke in die Solarwirtschaft und verwirklicht mehr Verteilungsgerechtigkeit.

    gegründet sein.

    Wahrscheinlich liest sich das dann nicht so gut, aber man hätte zumindest mal eine Vorstellung, wie das ganze in der realen Welt aussehen könnte.

    So und damit ich auch das Dritte der von Dir erwähnten überflüssigen Worte benutze:
    ich würde mir gerne selbst ein Bild davon machen, wie das aussieht.

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