Junge Taliban?

Junge Taliban?
Dem Vernehmen nach (siehe Bild) soll Landesfinanzminister (!) und CDU-Landesvorstandsmitglied Willi Stächele auf einer Wahlkampfveranstaltung zu den anwesenden Mitgliedern der Jungen Union gesagt haben:

Ihr seid meine Talibane, ihr müsst kämpfen.

Dazu einige Fragen:

  • Hält Stächele die Junge Union wirklich für eine Terrororganisation?
  • Falls ja: geht die Junge Union mit dieser Ansicht d’accord?
  • Falls ja: ist der Verfassungsschutz informiert?
  • Wenn Stächele die Junge Union für „seine Talibane“ hält – wer oder was ist dann Stächele?

Für die mitlesenden CDU-Mitglieder eine Definition von „Taliban“ aus der Wikipedia:

Die afghanischen Taliban (paschtunisch ?? ????????? ? ?????? ?????? ??????? Da Afgh?nist?n da Talib?n Isl?mi Tahrik) sind eine deobandisch-islamistische Miliz, welche große Teile Afghanistans von September 1996 bis Oktober 2001 beherrschte. Diplomatisch wurde das Islamische Emirat Afghanistans der Taliban nur von Pakistan, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten anerkannt.

Die Taliban-Bewegung hat ihre Ursprünge in religiösen Schulen für afghanische Flüchtlinge in Pakistan, welche meist von der politischen pakistanischen Partei Jamiat Ulema-e Islam geführt wurden. Die Ideologie der Bewegung basiert auf einer extremen Form des Deobandismus und ist zudem stark vom paschtunischen Rechts- und Ehrenkodex, dem Paschtunwali, geprägt. Der Anführer der Taliban ist Mullah Mohammed Omar.

Mal im Ernst. Die CDU sollte schnellstens rhetorisch abrüsten. SPD-Generalsekretär Peter Friedrich hat Recht, wenn er sagt: „Wahlkampf ist Wettbewerb, nicht Krieg!“ Die Angst der CDU, die Macht nach fast 60 Jahren zu verlieren, darf nicht dazu führen, dass die politische Kultur zerstört wird. Der CDU-Nachwuchs hat es nicht verdient, in die Nähe von Terrororganisationen gerückt zu werden. Auch nicht von CDU-Funktionären.

Veröffentlicht von

Christian Soeder

Freier Mitarbeiter Internet SPD Baden-Württemberg