Anleitung: Header im WebsoziCMS-Layout „spd2012“ vergrößern

Screenshot daniel-born.de

Das neue WebsoziCMS-Layout „spd2012“ ist schon sehr gut. Wer möchte, kann es noch ein wenig KandidatInnen-tauglicher machen – denn der relativ schmale Header verhindert, dass der Kopf ordentlich dargestellt wird.

In dieser Anleitung soll, wie im oben verlinkten Bildschirmfoto angezeigt (live: www.daniel-born.de), ein Headerbild der Größe 960×350 erstellt werden.

Dazu sind folgende Schritte notwendig:

  1. Als erstes musst Du den Beta-Test aktivieren, hier: www.DEINE-URL-HIER-EINFUEGEN.de/index.php?usetest=set
  2. Danach musst Du im Adminbereich unter www.DEINE-URL-HIER-EINFUEGEN.de/index.php?mod=layout&op=layout_auswahl das Layout „spd2012“ auswählen.
  3. Alsdann ist das gewünschte Headerbild hochzuladen, unter der gleichen URL wie unter Punkt 2. Du wirst feststellen, dass das schöne Headerbild im Format 960×350 vom System geschrumpft wurde. Das ist kein Problem.
  4. Begib Dich nun zu dieser Adresse: www.DEINE-URL-HIER-EINFUEGEN.de/index.php?mod=image&op=main
  5. Nun lade das gewünschte Headerbild mit dem gleichen Dateinamen noch einmal hoch und klick unten die Box „Vorhandenes Bild überschreiben.“ an.
  6. Jetzt sieht die Website vermutlich ziemlich seltsam aus. Nun kommt der entscheidende Trick. Gehe zu dieser Adresse: www.DEINE-URL-HIER-EINFUEGEN.de/index.php?mod=metatags&op=MetaTagsAdmin
  7. Nun füge im Bereich „Weitere Angaben für Profis“ in das große Feld unter „HTML- Vorlagen: JS – CSS“ exakt folgende CSS-Zeilen ein:
<style type="text/css" media="screen, projection">
<!--
#top_header {
display:none; 
}
#page_top {
margin-top: -20px;
}
#bottom_header {
height: 355px;
}
-->
</style>

Fertig. Viel Erfolg!

Service: Banner Purpur-Rot-Farbverlauf

Die Farbverläufe sind wieder da!

Um es euch einfacher zu machen, habe ich rasch zwei Grafiken gebastelt, die ihr gerne nach Belieben für eure Webseiten etc. pp. verwenden könnt.

Einmal als Quadrat, gut geeignet für Facebook und die rechte Seitenspalte:

Verlauf-purpur-rot-quadrat-2000px
(Großes Bild nach dem Klick. Achtung, 2000 Pixel – ihr müsst es also höchstwahrscheinlich verkleinern.)

In Facebook kann das dann so aussehen:

screenshot-facebook-wahlalter

Und einmal eine Header-Grafik für das aktuelle WebsoziCMS-Layout spdbw2012_breit:

verlauf-purpur-zu-rot-header-spdbw2012breit
(Großes Bild nach dem Klick – hier ist keine Größenanpassung notwendig, es passt perfekt.)

Im Einsatz sieht das dann ungefähr so aus:

screenshot-spd-rn

Wenn ihr einen eigenen Verlauf bauen wollt, die Farben sind:

  • Purpur #990066
  • Rot #e2001a

PS: Piktogramme und alle sonstigen Farben im aktuellen Corporate Design der SPD findet ihr in diesem Blog-Eintrag.

PPS: Die SPD-Schriften erhaltet ihr, sofern berechtigt, hier: spd-schriften@spd.de

Kein Platz für Fundamentalopposition

Griechenland steckt in der Krise. In einer Wirtschaftskrise, in einer Schuldenkrise und wahrscheinlich auch in einer Staatskrise. Die Arbeitslosenzahlen sind unvorstellbar hoch und extremistische Kräfte gewinnen immer stärker an Einfluss.

Fakt ist, und das haben mittlerweile selbst die allermeisten schwarz-gelben Koalitionäre und insbesondere Finanzminister Schäuble begriffen: Wir müssen den Griechen helfen.

Wir müssen es aus politischen Gründen. Das Projekt Europa, die europäische Solidarität, die seit mehr als einem halben Jahrhundert Frieden und Wohlstand für mehrere hundert Millionen Menschen sichert, darf nicht aufgrund von finanziellen Interessen und nationalen Egoismen scheitern. Und wir müssen den Griechen aus wirtschaftlichen Gründen helfen. Ein Rauswurf Griechenlands aus dem Euro-Raum hätte unvorhersehbare Folgen – für die Währung selbst, denn eine drohende Kettenreaktion könnte das Scheitern der Gemeinschaftswährung zur Folge haben, und auch auf den größten zusammenhängenden Wirtschaftsraum der Welt – die europäische Union. Kaum eine andere Volkswirtschaft als die exportorientierte Deutsche, hat in den letzten Jahren mehr vom Euro als Gemeinschaftswährung profitiert.
Zur Verpflichtung der politischen Klasse gehört es nun den Menschen ehrlich zu sagen, dass es auch das Geld des deutschen Steuerzahlers ist, das Griechenland vor der Zahlungsunfähigkeit rettet. Eine Mehrheit der Deutschen ist derzeit gegen weitere Rettungspakete. Ihnen müssen wir erklären, warum diese Maßnahmen richtig sind und warum die Rettung Griechenlands auch Geld kosten darf.

Gerade weil es beim Thema Rettungspakete für Griechenland nicht nur um Eurobeträge auf irgendwelchen Bildschirmen geht, sondern ganz konkret die Lebensverhältnisse von vielen Millionen Griechen betroffen sind, verbietet sich bei diesem Thema eigentlich jeglicher Populismus. Zumal es wohl für keinen verständlich sein dürfte, wie man sich gestern noch als Abgeordneter mit den Demonstranten in Griechenland gegen die Sparpolitik solidarisieren kann und mit ihnen auf die Straße geht, am nächsten Tag jedoch Hilfszahlungen für eben genau diese Menschen verweigern kann. Von den Abgeordneten des deutschen Bundestages erwarte ich, dass sie sich der Tragweite ihrer Entscheidungen bewusst sind. Ein „Nein“ zu den Rettungspakten für Griechenland halte ich daher für eine massive Fehlentscheidung, denn die Rettung Griechenlands ist kein Spielplatz für Fundamentalopposition. Wie kann sich die Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag und leider auch einige SPD-Abgeordnete hinstellen und gegen die Rettung Griechenlands stimmen? Wenn neoliberale Abgeordnete wie der FDP-Politiker Frank Schäffler gegen das Rettungspaket stimmen ist das eine Sache, wenn gleichzeitig aber Abgeordnete, die sich selbst als besonders „links“ bezeichnen ebenso abstimmen, ergibt das bei den Bürgerinnen und Bürgern ein zutiefst verwirrendes Bild. Die Begründungen mögen zwar völlig unterschiedliche sein, aber erstens verfügen die Nein-Sager über keine parlamentarische Mehrheit, um ihre Vorschläge durchzusetzten und zweitens steht auf „Abgeordnetenwatch“ hinterher nicht, warum die Abgeordnete xy nicht zugestimmt hat, sondern nur die Tatsache, dass sie nicht zugestimmt hat.

Ich appelliere daher dringend an die Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag und leider auch an einige SPD-Abgeordnete: Die Rettung Griechenlands ist nicht der richtige Schauplatz für Fundamentalopposition! Die griechische Bevölkerung ist auf unsere Hilfe angewiesen und nicht auf innenpolitische Machtspielchen egal mit welchem Hintergrund. Dieser Vorgang, der zuletzt wieder am vergangenen Freitag im Bundestag zu bestaunen war, zeigt eine massive Ignoranz gegenüber der Tragweite eigener Entscheidungen zu Gunsten der eigenen Profilierung. Die Partei Die Linke bleibt mit solchen Einstellungen auch weiterhin keine Koalitionsoption für die deutsche Sozialdemokratie, die sich auch in Oppositionszeiten ihrer außenpolitischen Verpflichtung bewusst ist.

Benni Köpfle
Stellv. Landesvorsitzender Jusos Baden-Württemberg

Schlechter Wahlkampf, schlechter Verlierer

Die Brezel ist wieder frei

Die Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart war für die SPD leider kein Erfolg. Das Ergebnis ist, wie es ist – damit müssen wir umgehen. Positiv fand ich, dass die SPD trotz großer Erregung auf allen Seiten einen soliden und ehrlichen Wahlkampfstil beibehalten hat, ohne schrille Töne und wilde Anschuldigungen. Damit hat sie sich wohlwollend von CDU-Mann Turner abgehoben, dessen Büchsenspanner Zielcke auf der offiziellen Turner-Website in vielen Kolumnen daran gearbeitet hat, Fritz Kuhn systematisch zu diskreditieren. Einige Kostproben:

„Stuttgart braucht keinen alten Parteisoldaten, für den es offenbar weder in Berlin noch in Heidelberg eine weitere Verwendung gibt.“

„Kein Mann mit Zukunft, denn die ist international! Zu alt, zu wenig in der Welt herumgekommen. Da hilft ihm auch nicht, dass er sich bei den Stuttgarter Italienern mit seinen Pastakochkünsten anbiedert.“

„Sebastian Turner ist jung, einfallsreich, erfolgreich, ein glaubwürdiger Stuttgarter Bürger – Fritz Kuhn ist alt, hat keinerlei Führungserfahrung, er dreht und wendet sich wie ein Wendehals, Kuhn hat sich selbst unglaubwürdig gemacht.“

Und so weiter, und so fort. Immer drauf, immer dreckig.

Nun gut, das ist eben Wahlkampf, möchte man meinen. Da geht es eben auch mal ruppig zu, es ist kein Spiel, sondern es geht um was. Nun gut. Das darf man so sehen, die Wählerinnen und Wähler haben ja an der Urne gezeigt, was sie davon halten.

Jetzt, im Nachgang der Wahl, zeigt Turner indessen noch einmal, was von ihm zu halten ist: In einem „Offenen Brief“ an Fritz Kuhn, den er scheinheilig „Die Lösung liegt auf der Hand, lieber Fritz Kuhn“ überschreibt und in der „Welt“ veröffentlicht hat, ist zu lesen:

Wenn Stuttgart jetzt etwas braucht, dann den Schritt vom erregten Konflikt zum sachlichen Gespräch – aber das brauche ich Ihnen nicht zu sagen. Wahrscheinlich kann das niemand besser vormachen als wir beide als Finalisten des Oberbürgermeister-Wahlkampfes.

Nach den obigen Zitaten ist das doch durchaus erstaunlich, diese Selbsteinschätzung. Denn wenn es das ist, was Turner unter einem sachlichen Gespräch versteht, den Gegner als Mann ohne Zukunft zu bezeichnen, dann kann ich nur sagen, dass ich unter einem sachlichen Gespräch etwas anderes verstehe.

Aber, immerhin, Turner scheint selbst einzusehen, dass es nicht ganz so war, wir er uns glauben machen will:

Da ich hier gerade schreibe, fange ich gerne an – mit einem herzlichen Glückwunsch und einer Entschuldigung. Der Glückwunsch gilt dem Wahlerfolg und die Entschuldigung, weil Sie sich, wie in den letzten Wahlkampftagen erklärt, von mir „geschmäht“ fühlten. Das bedaure ich.

Äh, nein. Sehr geehrter Herr Turner, ich weiß nicht, ob Sie es wissen – aber so funktioniert eine Entschuldigung nicht. Zuerst einmal können Sie sich nicht selbst entschuldigen, das kann nur der, dem sie ein Leid angetan haben. Sie könnten allenfalls um Entschuldigung bitten – aber selbst das bekämen Sie nicht hin. Eine Bitte um Entschuldigung ginge ungefähr so: „Lieber Fritz Kuhn, in den letzten Wochen des Wahlkampfs haben mein Team und ich überdreht und Sie geschmäht. Das haben Sie nicht verdient, deshalb bitte ich Sie um Entschuldigung.“ So funktioniert das – man gesteht zu, etwas falsch gemacht zu haben, und hofft dann auf Vergebung, die dann im Normalfall auch gewährt wird. Sich jedoch quasi selbst freizusprechen und dann noch zu unterstellen, man habe es eigentlich gar nicht so gemeint, sondern sei nur ärgerlicherweise von dem anderen falsch verstanden worden – das ist wirklich abstrus.

Der letzte Absatz dieses „Offenen Briefs“ ist nicht besser und passt ins Bild:

Wenn die Unzufriedenheit mit der Alltagsleistung der Stadt der Grund für die Intensität des Streites sein sollte, dann liegt die Lösung auf der Hand: In der ganzen Breite der städtischen Aufgaben wäre die Qualität zu verbessern. Dafür wünsche ich Ihnen die notwendige Kraft und das unerlässliche Glück.

Ach. Zu empfehlen, die Qualität zu verbessern – dass darauf noch niemand gekommen ist! Eine bahnbrechende Idee. Nicht.

Stuttgart kann wirklich glücklich sein, dass der Turner-Kelch vorüber ging.

(Über die Lage der SPD sprechen wir dann ein anderes Mal.)

Die Rente ist sicher?

Alle Jahre wieder wird in Deutschland über „Die Rente“ diskutiert, dann wird über Beitragszahlen, Eckrentner und Rentensysteme diskutiert, meist mit dem Grundtenor, die „Kosten“ seien zu hoch und in einigen Jahrzehnten drohe die ganz große Rentenkatastrophe.

Nun, nach Jahrzehnten der Diskussion und der Reformen ist die große Katastrophe bisher aus geblieben, die Kosten für die Rente sind nicht explodiert und der oft bemühte „demografische Faktor“ ist, wenn wir ehrlich sind kaum zu spüren. Aus dieser Warte sind die Reformen der jüngeren Vergangenheit ein Erfolg. Wer jedoch genauer hinschaut, wird die Kehrseite der Medallie nicht verkennen können, eine Kehrseite auf der wir sehen, dass schon heute viele ältere Menschen von Ihrer Rente kaum oder nicht leben können, dass wenn wir die beschlossenen Reformen und die momentane Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt weiter so laufen lassen, massive Altersarmut auf uns zukommt.

Niedrige Löhne mit denen nicht genug in die Rentenkasse eingezahlt wird um später mal Anspruch auf eine vernünftige Rente zu haben, ein Absenken des Rentenniveaus auf 43% und das auch nur nach 45 Beitragsjahren, sowie gebrochene Erwerbsbiografien bei denen Menschen einfach nicht mehr so viele Beitragsjahre ansammeln können, sind nur einige Faktoren die zu niedrigen Renten im Alter führen. Das Ziel, einer sichere Lebensstandardsicherung wird also nach und nach aufgegeben.

Um die Frage zu beantworten wie dies verhindert werden kann, kommen wir um die Beantwortung zweier fundamentaler Fragen nicht herum:

• Wollen wir weiter eine Rente, die auf Beitragszahlungen und einer paritätischen Finanzierung durch ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen basiert?
• Wollen wir garantieren, dass Menschen, die ihr ganzes Leben lang gearbeitet haben, von ihrer Rente leben können?

Wer die Fragen mit ja beantwortet, kann auch in Zukunft nicht auf private Vorsorge setzen, deren „Vorteile“ ja ohnehin nur darin bestehen, dass die ArbeitnehmerInnen hier allein, ohne paritätische Beteiligung der ArbeitgeberInnen, vorsorgen müssen.
Im Übrigen ist die private Vorsorge, auch wenn sie nach einem ehemaligen Sozialminister mit SPD-Parteibuch benannt ist, für Menschen mit niedrigem oder gar keinem Einkommen ohnehin keine Lösung, da diesen schon heute die Mittel zur Privatvorsorge fehlen.
Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass die private Vorsorge weder billiger, noch effizienter als die gesetzliche Rentenversicherung ist, vom hohen Risiko dieser Anlagen, das sich erst kürzlich in der Finanzkrise erneut gezeigt hat, mal ganz zu Schweigen. Bei der privaten Vorsorge lässt sich das klare Urteil fällen: Diesen Irrweg sollten wir möglichst rasch verlassen.

Auch die Frage, ob es zu einem höheren Anteil an Steuerfinanzierung kommen soll, ist eher akademischer Natur und ist eigentlich für die momentane Debatte weniger wichtig. Zwar ist der Punkt ob RentnerInnen einen fundierten Anspruch aufgrund Ihrer Beitragszahlung erwerben oder ob die Rentenhöhe im Endeffekt vom Bundesfinanzminister festgelegt wird durchaus wichtig, aber entscheidend ist doch viel eher die Frage, ob wir als Gesellschaft bereit sind, das Rentensystem mit ausreichend Finanzmitteln auszustatten.

Hierfür hat der DGB in einem eigenen Rentenkonzept eine Reihe von sinnvollen Vorschlägen gemacht, die zum Teil ja nun auch vom SPD-Bundesvorstand aufgegriffen worden sind.

• Nachhaltigkeitsrücklage (Die Kürzung des RV Beitrages auf 19,6% wird zurück genommen, bis 2020 steigt der RV Beitrag jährlich um 0,2% bis zu einem Stand von 22%)
• Ausbau der gesetzlichen Rentenversicherung zur Erwerbstätigenversicherung (=Einbeziehung aller Erwerbstätigen)

Neben den Vorschlägen der DGB gilt es außerdem für eine Aussetzung der Rente mit 67 zu kämpfen, da diese lediglich eine verdeckte Rentenkürzung darstellt. Denn meistens erreichen die Beschäftigten das gesetzliche Renteneintrittsalter gar nicht, was zu Folge hat, dass es stärkere Abschläge bei der Rente gibt.

Mit dem Konzept der DGB könnte das Rentenniveau indes bei 51% gehalten werden, ohne dass der momentan geplanten RV Höchstsatz von 22% überschritten werden würde.
Ziel der Sozialdemokratie sollte es sein, einen guten Arbeitsmarkt zu schaffen sowie eine Beschäftigungspolitik durch zu setzen, die dafür sorgt dass jedeR von ihrer/ seiner Arbeit leben kann!

Julia Söhne

Größtmöglicher Fehlschluss

Der Präsident des Bundestages Norbert Lammert fordert in der Welt am Sonntag einem EU-Erweiterungsstopp. Ich finde, wer den Beitritt Kroatiens in Frage stellt, der spricht der EU die Kraft ab, auch in Zukunft Frieden in Europa zu stiften. Das ist der größtmögliche Fehlschluss aus dem Friedensnobelpreis.

Für den Frieden in Europa ist der Balkan immer von zentraler Bedeutung. Wer jetzt den Beitrittsprozess Kroatiens stoppen will, der hat die Verantwortung und Aufgabe der Friedensmacht Europas für den Balkan nicht verstanden. Die Perspektive der EU ist die notwendige Antwort auf den letzten Krieg in Europa, der gerade etwas mehr als ein Jahrzehnt her ist.

Ich war vor Kurzem in Vukovar, eine Stadt an der Grenze zwischen Kroatien und Serbien, die zu 90 Prozent zerstört war. Wer dort sieht, wie durch die Perspektive Europas wieder ein friedliches Zusammenleben entsteht, wird Zeuge der Friedenskraft der EU.

Gerade aus den Fehlern der Beitrittsprozesse Rumäniens und Bulgariens hat man die notwendigen Konsequenzen gezogen. Daher gibt es ein sehr viel gründlicheres Verfahren bei Kroatien und den anderen Staaten des westlichen Balkans. Es gibt noch Aufgaben für Kroatien auf dem Weg in die EU, diese kann man lösen und sie werden gelöst. Weder wiederholen sich beim Beitritt Kroatiens frühere Fehler, noch darf Kroatien für die Fehler anderer verantwortlich gemacht werden. Ein Beitritt Kroatiens ist im strategischen und wirtschaftlichen Interesse Deutschlands.

So gerne ich Lammert am Tag der Deutschen Einheit in München für seine Rede applaudiert habe, umso mehr verstört sein leichtfertiges Gerede über die EU-Erweiterung.