Steinmeier: "Europa ist unsere Sache"

Das tut der Seele gut:

Deutliche Worte haben die Stimmung im Festzelt auf der Truderinger Festwoche angeheizt: „Europa muss mehr sein als nur freier Binnenmarkt“, rief Frank-Walter Steinmeier am Sonntag den über 2.000 Gästen entgegen. Sein Ziel: Der „Neustart der sozialen Marktwirtschaft.“

Am Ende wollten die Besucherinnen und Besucher des Festzelts im Münchener Osten den SPD-Kanzlerkandidaten kaum mehr von der Bühne lassen. Langer rhythmischer Beifall bezeugten klare Zustimmung zur vorangegangenen Rede, die geprägt war von der Botschaft: Europa geht alle an! Denn bei der Wahl zum Europäischen Parlament am 7. Juni geht es um die selben Themen, die auch in Deutschland wichtig sind – Mindestlöhne etwa, Schutz von Arbeitnehmerrechten, klare Regeln für die Finanzmärkte. „Europa ist keine Nebensache“, unterstrich Steinmeier, „es ist unsere Sache, aber nur, wenn wir es dazu machen“. Dafür komme es auf jede Stimme an.

Der SPD-Kanzlerkandidat verwies auf die marktgläubige Politik der mehrheitlich konservativ geprägten EU-Kommission. Eine Ideologie, „die ihre eigene Grundlage zerfrisst“. „Wirtschaft wird in der Wirtschaft gemacht, die Regeln machen wir selbst, der Staat soll sich raushalten“, glaubten deren Vertreter. Steinmeier erinnerte daran, dass Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten schon lange vor der Krise gegen diese marktradikalen Überzeugungen gekämpft haben. „Diese Ideologie ist gescheitert.“ Denn Europa müsse „mehr sein als ein freier Binnenmarkt“.

Lesetipp: Merkels Postleitzahlen

Im Konrad-Adenauer-Haus hat man das Internet noch nicht so wirklich verstanden, so hat es jedenfalls den Anschein:

Denn auch hier, im SPD-Online-Wahlkampf, steht der Mensch, stehen Inhalte im Mittelpunkt – und nicht irgendeine mehr oder weniger willkürliche Zahl, die nicht viel mehr aussagt, als dass da im CDU-„teAM“ recht verspielt Verstecken gespielt wird.

Denn warum sollte es dort anders zugehen als in der Offline-CDU, die ja auch gerne Nebel wirft, anstatt mit konkreten Aussagen aufzufallen?

Wenn man dann noch Leute vorschickt wie zum Beispiel den armen „Ben“, der sich von einer CDU-IP-Adresse aus als Sozialdemokrat ausgibt, um sich in die Debatte einzumischen – und leider zu ungeschickt ist, seine Tarnung wenigstens nicht auffliegen zu lassen, dann braucht man sich beim CDU-„teAM“ über gar nichts mehr zu wundern.

Sehr witziger Vorgang. Wenn die Schwarzen so weitermachen, brauchen sie im September gar nicht erst anzutreten.

Video: Überlassen Sie Europa nicht den Anderen!

Eins ist ja mal klar: Die aktuelle Europa-Kampagne ist die einzige, über die – zugegeben kontrovers – diskutiert wird. Aber wir sollten nicht vergessen: Es geht um eine Richtungsentscheidung.

Jetzt geht es weiter: In komprimierten aber klaren Botschaften zeigt der heute veröffentlichte SPD-TV-Spot die zur Wahl stehenden Alternativen.

Die Botschaft: Überlassen Sie Europa nicht den Anderen!

Es geht um klare Regeln für die Märkte, um faire Löhne für die Menschen und um die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – für ein Europa, das sozial und demokratisch ist.

Das "teAM" ist wieder da.

Das hätten wir uns ja fast denken können, dass es schon beim Namen des CDU-Unterstützerteams für die Bundestagswahl an Kreativität klemmt. Mit „teAM Deutschland“ beweist man offensichtlich eine seltene Harmonie zwischen mäßigem Ideenreichtum und Festhalten an ollen Kamellen, den irgendwie gab es da doch schon mal etwas ähnliches. Ersteres die Team-Version aus dem Jahr 2005, letzteres die Version aus dem Jahre 2009:

"teAM Zukunft" aus dem CDU-Bundestagswahlkampf 2005 "teAM Deutschland" aus dem CDU-Bundestagswahlkampf 2005

Menschmenschmensch, ich dachte schon, da kommt jetzt der richtig dicke CDU-Hammer dieses Jahr, so lange, wie die CDU dem adäquaten Internet-Campaigning schon hinterherläuft. Dass es dabei nur aus der Zukunft wieder nach Deutschland geht und dann offensichtlich auch noch das Barack-Obama-Ei Pate für das Ding da rechts oben stehen musste – das hätte ich dann doch nicht erwartet.

Die Idee mit dem Versalien kann man andererseits auch ganz anders schön einsetzen:

No Ma'AM.

Sorry Folks, ich musste bei dieser Steilvorlage einfach den Ball einlochen. Peace. ;-)

Die CDU Hessen bloggt.

Ich gebe zu, ich suche schon wirklich seit Jahren nach Blogs des politischen Konkurrenten und mich hat es ja gerade fast vom harten Küchenstuhl gehauen, als ich bei Heise Online gelesen habe, dass man, vornehmlich die Junge Union in Hessen, mit dem Webcamp09.de (ACHTUNG, Konkurrenz..) „andere Wege als herkömmliche Partei-Publikationen gehen“ würde, doch schon immerhin seit November 2008:

„Die Realisierung als WordPress-Blog verleiht dem Webcamp09.de jedoch einen journalistischen Anstrich, der Seitenhiebe ermöglicht, die im herkömmlichen Wahlkamp [sic!] unseriös wirken würden.“

Auha, jetzt müssen wir, glaube ich, Angst bekommen, nicht? ;-)